Römer 9,1-13  
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Römer 9,1-13

Mit dem 9. Kapitel beginnt der zweite Teil des Römerbriefes. Wir haben uns in der letzten Lektion daran erinnert, dass dieser Brief aus drei Teilen besteht. Der erste Teil (Kap. 1-8) vermittelt uns einen Querschnitt durch die Heilslehre. Der zweite Teil (Kap. 9-11) behandelt das Israelproblem. Der dritte Teil (Kap. 12-16) enthält grösstenteils Ermahnungen für das praktische Leben des Christen.

Die Tatsache, dass nach dem Evangelium, wie Paulus es in den ersten Kapiteln des Römerbriefes darlegt, sowohl Juden wie Heiden (Nationen) unterschiedslos verlorene Sünder sind und einzig und allein durch Glauben an das Erlösungswerk Jesu Christi das Heil erlangen können, warf bei den Juden ernsthafte Fragen auf. Wie konnte das mit den besonderen, den Juden gegebenen Verheissungen in Übereinstimmung gebracht werden? Würden nun die nach der unumschränkten Gnade Gottes dem Volk vor dem Gesetz gegebenen Verheissungen unerfüllt bleiben? Um diese Fragen zu beantworten, zeigt der Apostel Paulus in den Kapiteln 9‑11, dass die Verwerfung der Juden und auch die Annahme der Heiden – schon durch die alttestamentlichen Propheten vorher verkündigt – vollkommen gerecht war, dass aber alle die oben genannten Verheissungen keinesfalls unerfüllt bleiben konnten und also ein Überrest aus Israel errettet werden sollte.

1.   In den ersten drei Versen des 9. Kapitels erklärt Paulus seine tiefe Liebe zu seinem Volk. Mit Ausdrücken, wie sie bestimmter nicht gedacht werden können: «Ich sage die Wahrheit in Christus ____________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ____________________ und unaufhörlichen Schmerz in meinem Herzen», versichert er seine Volksgenossen seiner unveränderten, glühenden Zuneigung zu ihnen.

2.   Was hat er sogar gewünscht? (Vers 3) _________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________

Welcher Führer des Volkes Israel hat auch einmal einen ähnlichen Wunsch geäussert? _______________ . Mit was für Worten bringt er diesen Wunsch zum Ausdruck? «… lösche mich ___________________________________ , das du geschrieben hast». Sie finden diese Worte im 32. Kapitel des 2. Buches Mose.

3.   Wie geht aus Vers 3 ebenfalls deutlich hervor, dass Paulus sein Volk keinesfalls verachtet hat? Er nennt die Israeliten dort «seine ____________________________________________ ________________________ ».

4.   Die Liebe des Apostels zu seinen «Brüdern» lässt ihn dann alles aufzählen, was er zum Vorteil seiner Volksgenossen sagen konnte. Wer andere hasst, benützt jede Gelegenheit, um sie herabzusetzen und das Gute, das sie besitzen mögen, zu verkleinern. Die Liebe tut das Gegenteil. Paulus zählt acht Vorrechte auf. Welche? (Verse 4 und 5 ):

1. Die Sohnschaft                                            2. ___________________________

3. ___________________________                  4. ___________________________

5. ___________________________                  6. ___________________________

7. ___________________________                  8. aus denen … der _________________ ist

Diese Segnungen, wie wir sie eben aufgezeichnet haben, beziehen sich auf das ganze Volk, haben also nationalen Charakter. Im Gegensatz dazu sind die christlichen Segnungen persönlicher Art. Die Sohnschaft hier ist national zu verstehen (Hosea 11,1). Gott hatte dem Pharao entbieten lassen: «Mein Sohn, mein erstgeborener, ist Israel», und: «Lass meinen Sohn ziehen!» (2.Mose 4,22,23).

5.   Auch die anderen Vorzüge Israels aus Vers 4 sind im Alten Testament zu finden. Können Sie vielleicht etwas darüber aussagen, was mit dem «Dienst» gemeint ist? ________________ ___________________________________________________________________________

Und schliesslich, als Krönung des Ganzen: aus Israel war, «dem Fleisch nach, der Christus, der über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit. Amen».

6.   Ebenso wie in Kapitel 1,4 wird auch hier in Vers 5 sowohl auf die Menschheit als auch auf die Gottheit des Herrn hingewiesen. Auf seine Menschheit weisen die Worte: «dem __________________ ,» auf seine Gottheit weisen die Worte: «der _____________________ ______________________________________________________________________ » hin.

7.   Im Gegensatz zu Israel hatten die Nationen (Heiden) gar keine Vorrechte. Laut Epheser 2,12 waren sie

     a) ohne ___________________

     b) entfremdet (ausgeschlossen) dem ____________________________ Israels

     c) Fremdlinge ___________________________________________________

     d) keine ________________________ habend

     e) ohne ____________ in der Welt

8.   «Nicht aber, dass das Wort Gottes hinfällig geworden wäre; ________________________ ___________________________________________________________________________ _______________________________________________ sind alle Kinder» (Römer 9,6.7a). Wenn Gott Israel als Nation wegen ihres Unglaubens beiseite setzte und nun seine Gnade allen Menschen anbot, gleich ob sie von den Juden oder von den Nationen kamen, war Gott deswegen ungerecht? Bedeutete es, dass Gottes Wort hinfällig geworden wäre? Bei weitem nicht! Der Fehler lag in ihrem Denken, nicht bei Gott. Sie suchten aus den Verheissungen, die Abraham empfangen hatte, eine Verpflichtung für Gott herzuleiten, seine ganze natürliche Nachkommenschaft zu segnen. So folgerten die Juden, die Segnungen und Verheissungen, die Gott Abraham zugesichert hatte, gehörten ausschliesslich ihnen. Die Juden brüsteten sich, Abraham zum Vater zu haben, was auch aus den Worten Johannes des Täufers in Lukas 3,8 hervorgeht: «Bringt nun der Busse würdige Früchte; und beginnt nicht, bei euch selbst zu sagen: ___________________________________________________________ ».

9.   Die Verse 7b-9 zeigen uns, dass die natürliche Abstammung von Abraham niemand ein Anrecht auf den Segen der Verheissung gab: «… sondern in Isaak wird dir ein Same (eine Nachkommenschaft) genannt werden. ____________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ _________________________________ und Sara wird einen Sohn haben». Hier sehen wir, dass die natürliche Abstammung von Abraham niemand ein Anrecht auf den Segen der Verheissung gab. Schon der Herr selbst hatte die Juden auf den Unterschied zwischen «Abrahams Same» und «Abrahams Kindern» aufmerksam gemacht, wie wir aus Johannes 8,37-39 ersehen. Wenn die Juden dennoch daran festhalten wollten, dass der Segen durch die Abstammung von Abraham gewährleistet sei, dann mussten sie auch die Wüstensöhne Arabiens, die Beduinen, als gleichberechtigt anerkennen, denn sie waren Söhne Ismaels, des Sohnes Abrahams. Und mit noch grösserem Recht die Edomiter, waren sie doch die Nachkommen Esaus, des Zwillingsbruders Jakobs! Das aber wollten die Juden auf keinen Fall! Die Verheissungen gehörten also nur der Linie Isaaks bzw. Jakobs.

10. Wenn also die Juden den Unterschied zwischen sich und den Nachkommen Ismaels, den Arabern, aufrechterhalten wollten, dann mussten sie notwendigerweise einem elementaren Grundsatz zustimmen: dass Gott in seinem Handeln souverän (unumschränkt) ist, auch in der Auswahl derer, die Er segnen möchte. Göttlicher Segen kommt nicht durch fleischliche Abstammung, vielmehr ist seine Auswahl die einzige Grundlage für jede Verheissung und deren Segen. Das war eben ein Verheissungswort: «Um diese Zeit will ich kommen, und Sara wird einen Sohn haben». Gott war willens, seine Verheissungen mit Isaak zu verbinden, nicht mit Ismael. War Gott nicht frei, so zu handeln? Die Berufung Isaaks gründete sich auf einen freien Entschluss, auf den «Vorsatz» Gottes und war «nach Auswahl» geschehen.

11. Beachten wir indes: An dieser Stelle wird nicht davon gesprochen, ob die einen geglaubt und die anderen nicht geglaubt hatten. Um diesen Gedanken geht es in diesem ganzen Abschnitt nicht. Nicht, dass der Glaube nicht wichtig wäre: ohne Glauben kann man Gott nicht wohlgefallen (Hebräer 11,6), ohne ihn gibt es keine Errettung (Apostelg. 16,31). Aber hier ist nicht der Glaube des Einzelnen der Gegenstand der Betrachtung, vielmehr lenkt der Apostel den Sinn auf etwas ganz anderes – auf die Souveränität oder Unumschränktheit Gottes!

«Nicht allein aber das, _________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ____________________________ 'Der Grössere wird dem Kleineren dienen'» (Vers 10-12).

Der Kraft der Beweisführung des Apostels konnte sich kein Jude entziehen. Es konnte höchstens eine Einwendung gemacht werden. Die Mutter Ismaels war eine ägyptische Magd, eine Sklavin; Isaak aber war von Sara geboren, der rechtmässigen Frau Abrahams. Doch wie verhielt es sich mit Rebekka? Sie war nicht nur keine Magd, sondern entstammte der Linie Abrahams, und sie gebar ihrem Mann Zwillingssöhne. Esau und Jakob waren Söhne eines Vaters, von derselben Mutter zu derselben Zeit geboren – und doch sagt Gott zu Rebekka, noch ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten: «Der Grössere wird dem Kleineren dienen», oder mit anderen Worten: das Erstgeburtsrecht des Älteren wird auf den Jüngeren übergehen. Warum? Weil Gott es so beschlossen hatte. Es war sein Vorsatz, sein unumschränkter Wille, damit «der Vorsatz Gottes nach ________________________ bleibe, nicht aus Werken, sondern aus dem Berufenden» (Vers 11).

13. Die Wortfolge im Text des 11. Verses «damit der Vorsatz Gottes nach Auswahl bleibe», könnte fälschlich zur Schlussfolgerung führen, die Auswahl liefe dem Fassen des göttlichen Vorsatzes zeitlich voraus. Vielmehr will uns dieser Text lediglich zeigen, dass die Auswahl den Vorsatz Gottes charakterisiert und mit dessen Inhalt und Wesen untrennbar verbunden ist.

14. Der 13. Vers hat schon vielen Schwierigkeiten gemacht, auch in den Herzen von manchen Kindern Gottes Fragen aufgeworfen. «… wie geschrieben steht: _______________________ _________________________________________________________________________ ». Manche mögen sich beim Lesen dieser Schriftstelle schon gefragt haben: «Gibt es denn bei Gott eine Zuvorbestimmung zum Bösen, zum Verlorengehen?» Die Anhänger der sog. «Prädestinationslehre» haben aus dieser Stelle tatsächlich diesen Schluss gezogen. Aber lasst uns beachten, dass Gott die Worte des 13. Verses nicht (wie die Vorangehenden) ausgesprochen hat, ehe die Kinder das Licht der Welt erblickt hatten. Wir finden sie bei Maleachi, dem letzten aller alttestamentlichen Propheten, der etwa 1400 Jahre nach der Geburt des Zwillingspaares lebte, zu einer Zeit also, als Esau längst seine böse, ungöttliche Gesinnung und seine Nachkommen, die Edomiter, ihre unversöhnliche Feindschaft gegen Israel offenbart hatten. Wenn Gott also sagt, dass Er den Jakob geliebt, den Esau aber gehasst habe, so fand die Liebe die Quelle in seinem Herzen, denn sie war frei und unverdient, während der Hass seine Grundlage in dem nachträglichen sittlichen Verhalten Esaus hatte.

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  Letzte Änderung am 18.04.2004.