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| Römer 15,22-16,27 | ||||
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Römer 15,22-16,27Der Apostel Paulus hatte seit Jahren ein grosses Verlangen, die Gläubigen in Rom zu sehen (Vergl. Römer 1,9-15), aber er war verhindert worden. Durch seine Tätigkeit in Gebieten, in denen das Evangelium noch nicht verkündigt worden war, wie z.B. Asien und Griechenland, war Paulus dermassen beschäftigt gewesen, dass eine Reise nach Rom nicht möglich gewesen war. Nun aber, da er in den bis dahin von ihm besuchten Gegenden «keinen Raum mehr hatte» (Kap. 15,23), weil er dort das Evangelium völlig verkündigt hatte, hoffte er, auf der Durchreise nach Spanien die Gläubigen in Rom zu sehen, um, nachdem er sich «zuvor ein wenig an ihnen erquickt hatte», von ihnen nach Spanien geleitet zu werden. Paulus fühlte, dass die Zeit gekommen war, die Arbeit im Osten anderen zu überlassen, und es trieb ihn mit Macht nach dem Westen, um auch dort Christus zu verkündigen. Aber Gott hatte es anders beschlossen. Nach Spanien ist Paulus wohl nie gekommen, und Rom hat ihn nur als Gefangenen gesehen. Inzwischen hatte der Apostel noch eine andere Aufgabe zu erfüllen. Er reiste nach Jerusalem im Dienst für die dortigen Heiligen. Es ging darum, die Kollekte abzuliefern, die die Gläubigen in Mazedonien und Achaja in ihrer Opferbereitschaft zusammengetragen hatten, um die Not der Glaubensgeschwister in Jerusalem zu lindern. Das ist die Sammlung, wovon wir in 2. Korinther 8 und 9 lesen. Eigentlich war diese Hilfeleistung nur die Abtragung einer Schuld. Schliesslich hatten die Gläubigen aus den Nationen, die aus dem Heidentum kamen, von den jüdischen Gläubigen sehr profitiert, indem diese ihnen das Evangelium gebracht hatten. Deshalb fühlten sich die Geschwister von Mazedonien und Achaja als Empfänger von «geistlichen Gütern» schuldig, den jüdischen Geschwistern durch «leibliche Güter» zu dienen. Nach der Erfüllung seines Auftrags in Jerusalem wollte Paulus, wie weiter oben schon vermerkt, über Rom nach Spanien reisen (Verse 28 und 29). Wenn auch der Weg nach Rom sich ganz anders gestaltete, als der Apostel es ahnen konnte, ist doch sein Wunsch, nach Rom zu kommen, in Erfüllung gegangen. Nicht nur durfte er dort zwei Jahre lang in einem gemieteten Haus alle aufnehmen, die zu ihm kamen, vielmehr durfte er ihnen bei dieser Gelegenheit auch «das Reich Gottes predigen und die Dinge, die den Herrn Jesus Christus betreffen, mit aller Freimütigkeit ungehindert lehren» (Apostelgeschichte 28,30.31). Wir wissen ferner, dass während der Dauer dieser ersten Gefangenschaft die Briefe an die Epheser, Philipper und Kolosser und an Philemon von ihm geschrieben wurden. Der Apostel schliesst diesen Abschnitt mit einer dringenden Bitte um die Gebete der Gläubigen in Rom (Verse 30-32). Es werden drei verschiedene Gebetsanliegen genannt. Die Aufforderung, «mit ihm zu kämpfen in den Gebeten», bewies, wie das Herz des Apostels mit der bangen Frage beschäftigt war, ob seine Reise nach Jerusalem den von ihm gewünschten Erfolg haben werde. Als die Reise nicht lange danach zur Ausführung kam, «bezeugte ihm der Heilige Geist von Stadt zu Stadt, dass Fesseln und Bedrängnisse ihn erwarteten» (Apostelgeschichte 20,23). Aber die brennende Liebe zu seinem Volk liess ihn alle Rücksichten auf sich und sein Leben vergessen und trieb ihn nach Jerusalem, den Brennpunkt der Feindschaft gegen Gott und seinen Sohn Jesus Christus. Obwohl Paulus bis dahin Rom nicht gesehen hatte, gab es doch viele Gläubige dort, die ihm bekannt und seinem Herzen teuer waren. Grüsse der Liebe an sie füllen die erste Hälfte des 16. Kapitels aus. Es ist bewunderungswürdig, wie sich der Apostel jedes Liebesdienstes, der ihm persönlich erwiesen oder im Werk des Herrn geschehen war, erinnert und für jeden der Gegrüssten, Bruder oder Schwester, eine besondere Bezeichnung oder eine Anerkennung hat. Wir möchten bei zwei bekannten Namen – Priska und Aquila – etwas verweilen. Sie waren Mitarbeiter des Apostels in Christus Jesus, von denen es heisst, dass sie ihren Hals für sein Leben preisgegeben haben. Paulus war diesem gottesfürchtigen Ehepaar zuerst in Korinth begegnet, und weil sie gleichen Handwerks mit ihm waren (Zeltmacher), hatte er Wohnung in ihrem Haus genommen und mit ihnen gearbeitet. Später hören wir von ihnen, dass sie Apollos in ihr Haus aufnahmen und ihm den Weg Gottes genauer auslegten (Apostelgeschichte 18,2.26). In 1. Korinther 16,19 finden wir sie in Ephesus (Vergl. 2. Timotheus 4,19). Bekanntlich versammelten sich die Christen in jenen ersten Tagen «in den Häusern» (Apostelgeschichte 20,20), und da Aquila und Priska zur Ausübung ihres Handwerks wohl einen grösseren Raum nötig hatten, ist es leicht erklärlich, dass man sich gern bei diesen treuen Leuten versammelte. Im nächsten Abschnitt (Verse 17-20) muss sich der Apostel mit betrübenden Erscheinungen beschäftigen, die es in Rom neben vielem Guten und Anerkennungswerten leider auch gab. Aus den Worten des 17. Verses geht hervor, dass Männer in der Versammlung von Rom auftraten, die nicht bei der einfachen Lehre blieben, die ihnen gebracht worden war, sondern verkehrte Dinge lehrten, und damit «Zwiespalt und Ärgernis anrichteten.» Von denen sollten sie sich abwenden. Der Apostel Johannes fordert in späteren Tagen die Gläubigen auf, solche, «die nicht blieben in der Lehre des Christus», nicht ins Haus aufzunehmen, ja, sie nicht einmal zu grüssen. Solche Männer dienen «ihrem Bauch». Die Pflege ihrer eigenen Person und ihrer eigenen Interessen geht allem anderen voran. Die Worte in Vers 19 sind besonderer Beachtung wert. Die Menschen dieser Welt suchen sich durch die Beschäftigung mit dem Bösen vor Betrug und Überlistung zu schützen. Doch dem Gläubigen sollte es nicht daran liegen, die verschiedenen Arten oder Abstufungen des Bösen kennen zu lernen, sei es auf lehrhaftem oder sittlichem Gebiet. Er ist einfältig zum Bösen, «unmündig an der Bosheit» (1. Korinther 14,20), aber «weise zum Guten». Mit dem Guten beschäftigt, die Stimme des guten Hirten hörend, geht er still den Weg, den sein Herr ihm vorangegangen ist. Diesen Pfad kennt er, und andere braucht er nicht zu kennen. Er weiss wohl, dass er sich noch auf dem Schauplatz der Sünde befindet, wo Satan herrscht und das Böse so oft triumphiert, aber er weiss auch, dass Satans Macht am Kreuz gebrochen worden ist und dass der Gott des Friedens «in kurzem den Satan unter unsere Füsse zertreten wird.» Die letzten drei Verse dieses Briefes bilden einen Anhang, der jedoch von grosser Wichtigkeit ist. Sie handeln von der Offenbarung einer Wahrheit, deren Mitteilung den ganzen Dienst des Apostels charakterisiert. Paulus erwähnt hier diese Wahrheit nur beiläufig, weil der Brief an die Römer einen anderen Zweck verfolgen soll. Dieses «Geheimnis, das ewige Zeiten hindurch verschwiegen war, jetzt aber offenbart und durch prophetische Schriften, nach Befehl des ewigen Gottes, zum Glaubensgehorsam an alle Nationen kundgetan worden ist», steht in Verbindung mit der Stellung der Versammlung oder Gemeinde als Leib des Christus und mit der Lehre darüber, sowie mit der Tatsache, dass Gott im verherrlichten Menschensohn, dem Haupt der Versammlung oder Gemeinde, einmal «alles unter ein Haupt zusammenbringen will» (Epheser 1,9.10). Der Apostel legt hier den Nachdruck darauf, dass dieses Geheimnis in den verflossenen Jahrhunderten ganz und gar unbekannt geblieben ist. Jetzt aber war das Geheimnis offenbart und den Nationen – nicht durch die Schriften der Propheten des Alten Testaments – sondern «durch prophetische Schriften» mitgeteilt. Unter diesen «prophetischen Schriften» versteht der Apostel wohl seine Briefe, durch die dieses Geheimnis den Nationen kundgetan wurde. Wir sind nun zum Ende dieses kostbaren und gesegneten Briefes gekommen. Die grossen, herrlichen Heilswahrheiten sind vor unsere Seelen gestellt worden, und wir hoffen, nicht ohne reichen und bleibenden Segen! Sicher wird keiner der Kursteilnehmer/innen auf den so mannigfaltigen Inhalt des Römerbriefes zurückblicken können, ohne in den Lobpreis der Schlussworte einstimmen zu können: «Dem allein weisen Gott, durch Jesus Christus, Ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen.»
1. Paulus hatte schon seit Jahren _______________________ , die Versammlung in Rom zu besuchen. Er war bis jetzt verhindert, weil seine Tätigkeit in den Gebieten, _______________ ____________________________________________________ ihn voll in Anspruch nahm. 2. Weil er dort keinen Raum mehr hatte, weil er überall in diesen Gebieten das Evangelium völlig verkündigt hatte, wollte er nach ____________________ reisen und auf der _________ _____________ die Gläubigen in Rom sehen. 3. In der Zwischenzeit hatte der Apostel einen anderen Auftrag zu erfüllen. Wohin musste er dazu reisen? ___________________________ . Was war der Grund dieser Reise?________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ 4. Von einer solchen Geldsendung wird ebenfalls in 1. Korinther 16,1-4 gesprochen. An welchem Tag der Woche sollten die Gläubigen das Geld für diese Sammlung zur Seite legen? ___________________________________________________________________________ 5. Warum waren die Gläubigen in Mazedonien und Achaja schuldig, die Notleidenden in Jerusalem zu unterstützen? ____________________________________________________ ___________________________________________________________________________ 6. Die Reise des Apostels Paulus nach Rom gestaltete sich ganz anders, als er sich gewünscht hatte. Es erfüllte sich dabei das bekannte Sprichwort: «Der Mensch ______________ aber Gott ____________ ». Was gab den Ausschlag zu seiner Reise? (Apostelg. 25,12): ___________ ___________________________________________________________________________ Als was musste er die Reise antreten? (Apostelg. 27,1): ____________________________ 7. Paulus hat eine Vorahnung von den Schwierigkeiten, die ihn in Judäa erwarten. Er bittet die Gläubigen in Rom, für drei Dinge für ihn zu beten: a) ______________________________________________________________ b) ______________________________________________________________ c) ______________________________________________________________ 8. Die Grüsse des Apostels beginnen mit der Empfehlung der Schwester ________________ die eine ___________________ der Versammlung in ___________________ ist. Wir denken dabei auch an Dorkas in Apostelgeschichte 9,36-43. Was zeichnete diese Schwester besonders aus?________________________________________________________________________ 9. Welches Ehepaar wird in den Versen 3 und 4 genannt? ____________________________ Wir lesen von ihnen in Apostelgeschichte 18, Verse 1-3, 18 und 24-26. Können Sie aufzählen, was sie alles für den Apostel und für den Herrn getan haben?__________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ 10. Von was für Menschen müssen wir uns laut Vers 17 abwenden?___________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ 11. Aus welchem Grund kann Paulus berechtigte Hoffnung haben, dass die Gläubigen in Rom auf ihn hören werden? _________________________________________________________ 12. Paulus wollte, dass die Römer « ____________________ zum Guten, aber einfältig zum __________________ » seien. Das bedeutet auch für uns, dass wir uns nicht unnötig mit dem Bösen beschäftigen sollen. 13. Was gibt uns, gerade in unserer Zeit, wo das Böse immer mehr überhand nimmt, Mut und Zuversicht? (Vers 20a): ________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ 14. Wer hat den Brief für Paulus geschrieben ___________________ ? Welchen Brief, in dem Paulus vor dem Zurückkehren zum Gesetz warnt, hat er selber geschrieben? ___________________________________________________________________________ 15. Das Evangelium, das Paulus in Vers 25 «sein Evangelium» nennt, enthält ein «Geheimnis, das ewige Zeiten hindurch verschwiegen war, jetzt aber offenbart und durch prophetische Schriften, nach Befehl des ewigen Gottes … an alle Nationen kundgetan worden ist.» Können Sie mit einigen Sätzen schildern, was dieses Geheimnis alles beinhaltet? ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ 16. Paulus hat dieses Geheimnis nicht nur mündlich verkündigt, sondern davon auch in __________________________ Schriften geschrieben. Um was für Schriften handelt es sich dabei? _____________________________________________________________________ 17. Was wollte Gott durch die Kundgabe dieses «Geheimnisses» bei den Menschen aus den Nationen (Heiden) bewirken?___________________________________________________ 18. Dieser kostbare und äusserst wichtige Brief endet mit einem Lobpreis: Dem _________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________
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| Letzte Änderung am 31.12.2005. | ||||