Römer 14,19-15,21  
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Römer 14,19-15,21

Gott ist der «Gott des Friedens», und der Herr wird in 2. Thessalonicher 3,16 «der Herr des Friedens» genannt. Sollten wir darum nicht auch dem nachstreben, was des Friedens ist, und der Liebe, die nicht zerstört, sondern erbaut? Sollten wir nicht einander zu dienen und aufzuerbauen suchen? Erkenntnis ohne Liebe bläht auf und bringt in Gefahr, «einer Speise wegen das Werk Gottes zu zerstören». Es ist freilich wahr, alles ist rein für den, der ohne Anstoss isst, das heisst ohne dabei zu Fall zu kommen und in der Folge ein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Aber soll ich meinen schwachen Bruder durch meine Freiheit in Gefahr bringen, «mit Anstoss zu essen»? Nein, die Liebe zu ihm sagt: «Es ist gut, kein Fleisch zu essen, noch Wein zu trinken, noch etwas zu tun, woran dein Bruder sich stösst oder sich ärgert oder worin er schwach ist». (Sich «stossen» oder «ärgern» bedeutet, wie bereits oben erwähnt: zu Fall zu kommen). Der 22. Vers im 14. Kapitel enthält eine wichtige Richtschnur für den «Starken». Ohne Frage ist es besser, in wahrer christlicher Freiheit zu wandeln als unter einem gesetzlichen Joch zu stehen. Doch der «Starke» soll seinen Glauben «für sich selbst haben vor Gott». Er darf seine Freiheit benützen, um alles zu essen, doch er soll sie nicht vor anderen, die vielleicht «schwach» sind, zur Schau stellen. Ich könnte dadurch meinen Bruder zu etwas verleiten, das er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann. Das würde dazu führen, dass ich mich «richten» (mir Vorwürfe machen) müsste. Im Weiteren gilt für jeden Gläubigen, ob «schwach» oder «stark»: wenn man zweifelt, ob man etwas tun darf oder nicht, und es trotzdem tut, tut man es nicht im Glauben. Alles aber, «was nicht aus Glauben ist, ist Sünde».

Der Apostel Paulus setzt in den ersten 7 Versen des 15. Kapitels seine Belehrungen über das Verhalten der Starken den Schwachen gegenüber fort.

Die Liebe wird uns davor bewahren, «uns selbst zu gefallen». Sie treibt uns vielmehr an, «dem Nächsten zu gefallen zum Guten, zur Erbauung». Christus ist uns darin das leuchtende Vorbild. Er suchte nie Anerkennung für sich, nie erstrebte Er seine Ehre. Er ertrug vielmehr willig die Schmähungen derer, die Gott schmähten.

«Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben» (Kapitel 15,4). In den Schriften des Alten Testaments sind uns Quellen reichster Segnungen geöffnet. Wie hat doch Gott so gnädig für uns gesorgt, damit wir auf dem Weg nicht ermatten oder den Mut verlieren!

Im 5. Vers nennt der Apostel Gott den «Gott des Ausharrens und der Ermunterung». In Christus Jesus hat Gott uns das vollkommene Muster des Ausharrens und der Ermunterung in einer Welt voll Jammer und Elend vor Augen gestellt. Wenn Herz und Sinne auf Ihn gerichtet sind, wird sich ganz von selbst eine einmütige Gesinnung ergeben, und «mit einem Mund» wird Gott von allen verherrlicht werden.

«Deshalb nehmt einander auf, wie auch der Christus euch aufgenommen hat, zu Gottes Herrlichkeit» (Vers 7). Nicht unsere Würdigkeit, noch weniger ein übereinstimmendes Urteil in strittigen Fragen bildet die Grundlage unserer Annahme durch Gott, sondern die Tatsache, dass Christus uns Gott mit seinem teuren Blut erkauft hat. Lasst uns deshalb einander aufnehmen, ob stark oder schwach, ob menschlich liebenswürdig oder nicht, als Erlöste des Herrn, als Kinder Gottes, zu Gottes Verherrlichung!

In den Versen 8-13 beschäftigt sich der Apostel vor allem mit der Zulassung der Nationen (Heiden) zu den Vorrechten des Evangeliums. Er sagt, dass Christus «ein Diener der Beschneidung geworden ist um der Wahrheit Gottes willen, um die Verheissungen der Väter zu bestätigen», zugleich aber auch, «damit die Nationen Gott verherrlichen mögen um der Begnadigung willen» (Verse 8 und 9). In diesen wenigen Worten treten die beiden grossen Seiten der Sendung Christi klar vor unsere Blicke. Ursprünglich war Er zu den verlorenen Schafen aus dem Haus Israel gekommen, um seinem irdischen Volk zu beweisen, dass Gott wahrhaftig ist und treu zu seinen den Vätern gemachten Verheissungen steht. Dann war die Gnade Gottes, nachdem Israel sie von sich gestossen und Jesus gekreuzigt hatte, zu den Nationen (Heiden) übergeströmt. Gerade das Kreuz des Christus hatte ihnen die Tür zu den unermesslichen Segnungen geöffnet, die Israel verschmäht hatte.

So war Christus einerseits ein Diener der Beschneidung geworden, aufgrund der zwischen Gott und Israel bestehenden Bundesbeziehungen, und anderseits waren die Heiden, die völlig fern von Gott, ohne alle Ansprüche dastanden, durch reine Gnade mit Gott in Verbindung gekommen, damit sie, «um der Begnadigung willen ihn (Gott) verherrlichen mögen». Paulus führt aus den drei grossen Teilen des Alten Testaments, dem Gesetz, den Psalmen und den Propheten, Stellen an, die die Absicht Gottes bezeugten, die Nationen (Heiden) mit seinem irdischen Volk zu segnen. Es braucht wohl kaum darauf hingewiesen zu werden, dass keine der angeführten Stellen von der Versammlung oder Gemeinde, dem Leib Christi, redet. Dieser ist erst nach der Verherrlichung des Menschensohnes zur Rechten Gottes entstanden. Was der Apostel hier vorstellen will, ist die bedeutungsvolle Tatsache, dass Gott von jeher durch den Mund der Propheten die Begnadigung der Nationen (Heiden) angekündigt hat.

Gott hat sich in Christus auch als ein «Gott der Hoffnung» offenbart (Vers 13). In Ihm würden wir nicht nur im Stande sein, im Frieden miteinander zu wandeln, sondern «überreich sein in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes», vorausblickend auf die herrliche Zeit, da wir alle im Licht droben vollendet dastehen werden.

In den Versen 15 und 16 erinnert der Apostel die Empfänger des Briefes an den Auftrag, den er von Seiten Gottes hinsichtlich der Nationen (Heiden) empfangen hatte. Im Blick auf sie hatte er eine besondere Gnade von Gott empfangen. Der Dienst des Apostels am Evangelium wird als ein priesterlicher Dienst bezeichnet, und sein Ergebnis, die Gläubigen aus den Nationen (Heiden) mit den in ihnen gewirkten Früchten der Gnade, wird ein Gott wohlgefälliges, durch den Heiligen Geist von der Welt abgesondertes, geheiligtes Opfer genannt, das der Apostel Gott priesterlich darbringen durfte.

Wenn der Apostel etwas zu rühmen hatte in den Dingen, die Gott angehen, so war es doch nur in Christus Jesus (Vers 17). Er wollte um jeden Preis verhüten, dass jemand ihm etwas zuschreiben möchte. An diese Worte schliesst sich dann in den nächsten Versen eine kurze, aber eindrucksvolle Beschreibung der gewaltigen Arbeit des Apostels an. Wie immer, wenn er von diesen Dingen redet, spricht er nicht von seiner hohen Begabung oder apostolischen Würde, sondern vom Tun Gottes und der Kraft seines Geistes. Er will auch nicht auf eines anderen Grund bauen, sondern beeifert sich, das Evangelium da zu verkündigen, wo «Christus noch nicht genannt war», nach dem Wort: «Denen nicht von ihm verkündigt wurde, die sollen sehen, und die nicht gehört haben, sollen verstehen» (Vers 21). Aus diesem Grund wohl war er auch bis dahin nicht nach Rom gekommen, obwohl er seit vielen Jahren ein grosses Verlangen gehabt hatte, sie zu sehen.

1.   Welchen zwei Dingen soll der Gläubige nachstreben? _____________________________ ________________________________________________________________ . Er soll nicht einer Speise wegen ________________________________________ .

2.   Die Liebe zum Bruder oder zur Schwester im Glauben soll uns davon abhalten, etwas zu tun, woran sie sich stossen oder ärgern könnten. Können Sie mit einigen Worten erklären, was die Ausdrücke «sich stossen» oder «Anstoss nehmen» oder «ärgern» für eine Bedeutung haben?_____________________________________________________________________

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3.   Was ist wohl damit gemeint, wenn es in Kapitel 14, Vers 22 heisst, dass wir, wenn wir Glauben haben, diesen für uns selbst haben sollen?_________________________________

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4.   Wann müssen wir uns «selbst richten (uns Vorwürfe machen) in dem, was wir gutheissen?»________________________________________________________________

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5.   Es kann vorkommen, dass man zweifelt, ob man etwas tun darf oder nicht, und es trotzdem tut. Was hat das zur Folge?_____________________________________________

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6.   Wie soll sich der Gläubige dem Nächsten gegenüber verhalten? (Kapitel 15,2)________

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Was soll er nicht? (Vers 3)_______________________________________________________

Wer wird uns in dieser Sache als Vorbild gegeben?___________________________________

Was geschah mit Ihm?__________________________________________________________

7.   Alles, was «zuvor (im Alten Testament) geschrieben ist», wurde zu __________________ _________________________________ . Mit welchem Ziel? ___________________________

8.   Gott ist ein «Gott des _____________________________________________ » (Vers 5). Es war der Wunsch des Apostels, Gott möge bei den Gläubigen in Rom bewirken, dass sie, ________________________________________ «Christus Jesus gemäss».

9.   Wenn das oben Genannte der Fall war, würden sie «mit einem Munde _______________ _________________________________________________________________ .»

10. Wie müssen wir uns nach Vers 7 aufnehmen?____________________________________

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11. Jesus Christus ist einerseits «ein Diener der _________________________ geworden um der Wahrheit Gottes willen, um die Verheissungen der Väter zu bestätigen». Er kam ursprünglich zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.

Anderseits waren die Nationen (Heiden), die völlig fern von Gott standen, durch reine Gnade mit Gott in Verbindung gekommen, damit sie «Gott __________________________ mögen um der ___________________________________ .»

12. Dass Gott den Nationen Barmherzigkeit erweisen würde, wurde im Alten Testament an zahlreichen Stellen aus den Psalmen, dem Gesetz und den Propheten vorhergesagt. Wie viele Zitate aus dem Alten Testament sind in Römer 15,9-12 enthalten? ______________

13. Jene, die jetzt (in der Gnadenzeit) Barmherzigkeit empfangen haben, werden (Matthäus 18,20) der _________________________ hinzugefügt. Davon wird im Alten Testament nichts erwähnt, denn die Gemeinde, Versammlung oder Kirche war gemäss Epheser 3,4.5 ein ______________________ das in anderen Geschlechtern ___________________________

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14. Die in Römer 15,9-12 zitierten Verse sind zum Teil schon erfüllt. Denken wir nur an die vielen Gläubigen der Gnadenzeit, die ja die meisten von den Nationen stammen. Die endgültige Erfüllung ist noch zukünftig. Jetzt ist durch den «Fall ____________________ den Nationen ___________________ geworden» (Römer 11,11). In der Zukunft jedoch, während des Tausendjährigen Reiches, werden die Nationen gesegnet werden durch das wiederhergestellte Volk Israel. (Siehe Jesaja 60,2.3; 62,1.2; Jeremia 33,9; Sacharja 8,20-23).

15. In Römer 15,12 wird Jesaja 11,10 zitiert. Wer wird wohl mit der «Wurzel Isais» gemeint? _______________________. Dieser wird einmal über die Nationen ___________________ .

16. Gott ist «der Gott der ____________________ .» Es sollte auch unser aller Wunsch sein, dass Er uns «erfülle mit aller ___________________________________________________ , damit wir überreich ___________________________________________________________ _______________ .»

17. Wovon war der Apostel Paulus betreffs der Brüder in Rom überzeugt? «Dass sie selbst voll __________________ .» Und wovon sind sie erfüllt? «Mit aller __________________ .» Und wozu sind sie fähig? «Auch einander _______________________ .»

18. Paulus kann den Brüdern freimütig schreiben, um sie an verschiedenes zu erinnern, «wegen der Gnade, _______________________________ gegeben ist, um ein __________ ______________________________________ , priesterlich dienend ___________________ ___________________________ damit das Opfer der Nationen _______________________ ___________________________________________ .»

19. Paulus hatte etwas zum Rühmen in Christus Jesus, denn er erfüllte seinen Dienst sehr pflichtbewusst und in grosser Hingabe. Doch was wagt er nicht?_______________________

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20. Das Wirken des Apostels, wie auch vieler anderer treuer Diener, war darauf gerichtet, die Nationen zum __________________ Gott gegenüber zu bewegen, und zwar «durch Wort und ____________ , in der Kraft ____________________________________________________ _________________________ » (Siehe 2. Korinther 12,12). Dabei war ihm nichts zu viel; er ist «ringsumher gereist von ___________________ bis nach ___________________ , um das _____________________________________ zu verkündigen» (Bei diesem Gebiet handelt es sich um das heutige Albanien).

21. Wo möchte Paulus das Evangelium lieber nicht verkündigen? ______________________ ________________________________________ . Er möchte nicht «auf ________________ Grund bauen». Was für Gebiete wählte er sich vielmehr als Wirkungskreis? (Dabei stützte er sich auf Jesaja 52,15)_________________________________________________________

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Einige Gedanken über Römer 15,8-13 (Aus «Tägliches Manna»)

Nach verschiedenen praktischen Ermahnungen kommt der Apostel in diesen Versen nochmals auf die Gnade zu sprechen, die auch den Nationen (Heiden) durch das Evangelium zugute gekommen ist. Christus ist einerseits als Jude zu seinem Volk Israel gekommen. Er wurde ein «Diener der Beschneidung», um die Wahrheit des Alten Testaments zu beweisen und zu zeigen, dass Gott treu ist und die den Vätern gemachten Verheissungen bestätigt. Aber Er war auch für die Nationen gekommen, die keine Anrechte hatten. Die Stellen, die der Apostel aus den drei grossen Teilen des Alten Testaments – dem Gesetz, den Psalmen und den Propheten – anführt, bezeugen die Absicht Gottes, die Nationen mit seinem irdischen Volk zu segnen. Durch die Verkündigung des Evangeliums auf der ganzen Welt finden diese alttestamentlichen Stellen bereits eine gewisse Erfüllung. Endgültig und in ihrem vollen Umfang werden sie sich erst im Tausendjährigen Reich erfüllen, wenn Gott die Völker durch sein Volk Israel segnen wird.

In Verbindung mit der «Wurzel Isais» – dem Herrn Jesus, auf den die Nationen hoffen werden – bezeichnet der Apostel Gott als «den Gott der Hoffnung». Er ist die Quelle der Freude, des Friedens und der Hoffnung für die, die einst zu den Hoffnungslosen zählten, aber an das Evangelium glaubten und den Heiligen Geist empfingen.

 

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  Letzte Änderung am 31.12.2005.