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| Römer 14,1-18 | ||||
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Römer 14,1-18Das 14. Kapitel enthält Belehrungen des Apostels Paulus für die Gläubigen in Rom, wie sie sich gegenüber den Schwachen im Glauben verhalten sollen. Diese Schwachen waren nicht etwa solche, die Christus weniger liebten oder es mit der Sünde weniger genau nahmen als die Starken. Es handelte sich vielmehr um solche, die noch unter jüdischem Einfluss standen, die von den durch Mose gegebenen Verordnungen noch nicht völlig befreit waren. Ihre Schwachheit bestand also nicht in einer Schlaffheit oder Nachlässigkeit im Wandel – im Gegenteil, sie waren äusserst gewissenhaft und gerade deshalb so ängstlich im Essen der Speisen und im Halten der Tage. Es war in ihnen noch ein Überrest von Gesetzlichkeit vorhanden. Sie hatten Mühe, die gesegnete Stellung zu ergreifen, die wir durch Christus und in Ihm als dem Auferstandenen empfangen hatten, und sich darin der christlichen Freiheit zu erfreuen. Für die Gläubigen, die dem Heidentum entstammten, gab es in dieser Beziehung weniger Schwierigkeiten. Sie hatten das ganze System ihres ehemaligen Dienstes als falsch und abgöttisch erkannt und verworfen und standen darum weniger in Gefahr, noch an einzelnen Teilen davon festzuhalten. Für diese aber gab es eine andere Gefahr, nämlich die Schwachen im Glauben, die vom Gesetz noch nicht völlig Befreiten, gering zu schätzen und auf sie herabzuschauen. Der Apostel gibt nun Anweisungen über das gegenseitige Verhalten der Christen, namentlich was die Gesinnung und das Verhalten der Starken gegen die Schwachen kennzeichnen soll. Mit den Worten: «Den Schwachen im Glauben aber nehmt auf, doch nicht zur Entscheidung strittiger Überlegungen», beginnt Paulus seine Belehrung. Er nimmt dadurch der nicht leicht zu behandelnden Frage von vornherein den scharfen Stachel. Die Liebe hat immer ihre besondere Art, die Dinge anzufassen. Sie weist nicht einfach kühl zurecht. Christus ist ihr Vorbild, sein Tun ihr Muster. Freilich, zur Entscheidung strittiger und schwieriger Fragen, wozu ein höheres geistliches Verständnis erforderlich ist, sollte der Schwache nicht herangezogen werden. Der Schwache bewies die Schwachheit seines Glaubens darin, dass er sich ein Gewissen daraus machte, Fleisch zu essen. Für ihn bestand die besondere Gefahr, seine «starken» Brüder zu richten, die sich der christlichen Freiheit erfreuten, weil diese etwas taten, was sein Gewissen ihm verbot, wovon ihn freilich ein stärkerer Glaube befreit haben würde. Nun, «wer isst, verachte den nicht, der nicht isst, wer aber nicht isst, richte den nicht, der isst, denn Gott hat ihn aufgenommen» (Vers 3). Damit stellt der Apostel die ganze Frage auf einen Boden, der für den einen wie für den anderen bindend und verpflichtend war. Ob ein Gläubiger aus Israel oder aus den Heiden war, ob ein Schwacher oder ein Starker – Gott hatte ihn aufgenommen. Ohne Zweifel dachte der, der glaubte, alles essen zu dürfen, richtiger als sein Bruder, der aus Gewissensbedenken nur Gemüse ass. Aber so begehrenswert und gut Erkenntnis ist, Liebe, wahre Liebe ist besser. Sie bewahrt den Starken vor dem Verachten des schwächeren Bruders, und den Schwachen vor dem Richten des stärkeren. Wir müssen uns immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass in unserem Kapitel von Gewissensfragen die Rede ist, die der eine so, der andere so entscheidet, nicht etwa von bösen Handlungen. Sünde soll ich niemals auf meinem Bruder dulden, aber um Sünde handelt es sich hier nicht. Wie sollten wir doch bei solchen Gewissensfragen zur Duldsamkeit bereit sein! Der eine, der einen Tag höher hält als den anderen, tut das um des Herrn willen – «er achtet ihn dem Herrn», und der andere hält aus dem gleichen Grund jeden Tag gleich. Ferner: Der Essende isst dem Herrn, indem er Gott für die Speise dankt, die er geniesst, und der Nichtessende «isst dem Herrn nicht», und auch er «danksagt Gott». Wer darf nun den einen oder anderen für das, was er tut oder nicht tut, verachten oder richten? Wünschen nicht beide dem Herrn zu dienen und zu gefallen, wenn auch nach dem Mass ihres geistlichen Verständnisses? Weiter, woher hat der Starke seine Stärke? Muss die Gnade ihn nicht genau so gut aufrecht halten wie den Schwachen? Bei dieser Gelegenheit möchten wir bemerken, dass der «erste Tag der Woche», der heutige Sonntag, nicht zu den Tagen gehört, die man halten oder nicht halten kann. Er wird in Offenbarung 1,10 ausdrücklich «des Herrn Tag» (der dem Herrn gehörende Tag) genannt. Er ist geweiht durch die Auferstehung unseres Herrn. Der gläubige Christ liebt und ehrt diesen Tag, nicht aufgrund eines gesetzlichen Gebots, sondern weil es der Tag ist, an dem er sich mit seinen Mitgläubigen versammelt, um seines Herrn zu gedenken und seinen Tod zu verkündigen. Wir möchten noch einen Augenblick bei dem Richterstuhl verweilen (Vers 10). Wir finden diesen Ausdruck hier und in 2. Korinther 5,10; hier in Verbindung mit Gott, dort mit Christus. An keiner der beiden Stellen wird aber gesagt, dass der Gläubige vor diesem Richterstuhl gerichtet werden müsse. Das gerechte Gericht Gottes ist in Christus am Kreuz an ihm vollzogen worden. Gericht kann ihn deshalb nie mehr treffen. Aber er muss offenbar werden, sein ganzes Leben, das Gute und das Böse, wird in dem untrüglichen Licht dieses Richterstuhls gesehen werden, und er wird je nach dem Anerkennung und Lohn empfangen oder Schaden leiden. Wir alle müssen uns im Blick auf das uns zur Verwaltung Anvertraute einmal vor Gott verantworten. Wenn das Bewusstsein, dass ein jeder von uns einmal Rechenschaft ablegen muss, in unseren Herzen lebt, werden wir uns nicht nur vor allem lieblosen «Richten» hüten, sondern der Wunsch, dem Herrn zu gefallen, wird uns auch antreiben, alles zu vermeiden, was dem Bruder einen Anstoss oder ein Ärgernis geben könnte. Die Liebe Christi leitete den Apostel Paulus, die Freiheit, die er besass, in keiner Weise zu einem Anlass für das Fleisch zu benutzen. Lieber wollte er für immer kein Fleisch mehr essen, als seinem Bruder ein Ärgernis zu geben (1. Korinther 8,13). Wenn ich selbst auch «stark» bin und weiss, dass nichts an sich selbst gemein ist, soll ich doch das Gewissen meines Bruders achten und ihn nicht wegen einer Speise betrüben. Die Liebe soll mein Verhalten bestimmen. Handle ich anders, so setze ich mich in Gegensatz zu der Gesinnung und Handlungsweise Christi und verderbe meinen Bruder, für den Christus gestorben ist. «Lasst nun euer Gut nicht verlästert werden» (Vers 16). Die Freiheit, in der wir als Christen stehen, ist ein kostbares Gut. Aber lasst uns wohl zusehen, dass unser Tun nicht den Ruf eines fleischlichen Ungebundenseins auf uns bringt. Hüten wir uns auch davor, unseren Geschwistern etwas aufdrängen zu wollen, was wir als erlaubt betrachten, während es ihnen Bedenken verursacht. Statt zur nötigen Erbauung führt ein solches Verhalten zur Zerstörung. Der Ausdruck «Reich Gottes» (Vers 17) ist hier in sittlichem oder geistlichem Sinn zu verstehen. Er umfasst hier die geistlichen Güter, die dem Christen geschenkt sind: «Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist», das was er innerlich geniesst, was ihn im Geist wandeln lässt. «Denn wer in diesem dem Christus dient, ist Gott wohlgefällig und den Menschen bewährt» (Vers 18). 1. Der Apostel Paulus spricht in Römer 14 über «Starke» und «Schwache». Können Sie erklären, um was für Gläubige es sich dabei handelt, durch was für Eigenschaften diese gekennzeichnet sind?__________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ 2. Paulus versteht unter den «Schwachen» solche, die sich noch an bestimmte Speisegebote hielten. Mit diesem Thema beschäftigt er sich auch in 1. Korinther 8, doch dort handelt es sich um das Essen von Fleisch, das den _____________________ geopfert wurde. 3. Nun bestand die Gefahr, dass der «Starke» im Glauben den «Schwachen»___________ ___________________________________________________________________________ Anderseits war der «Schwache» in Gefahr, den «Starken» zu_________________________ 4. Der Schwache im Glauben könnte der Gefahr ausgesetzt sein, ein Gebot aufzustellen, das andere verpflichtet. Dann würde er sich laut 1. Timotheus 4,3 in ganz schlechter Gesellschaft befinden. Dort wird von Menschen gesprochen, die sich in zweierlei Hinsicht schuldig machen, nämlich: a) ______________________________________________________________________ b) ______________________________________________________________________ Laut 1. Timotheus 4,1 sind das Menschen, die auf Lehren von Dämonen achten. 5. In Römer 14 geht es nicht nur um Fragen der Nahrung, sondern auch um das Feiern von bestimmten Tagen. Was kennzeichnete dabei den «Schwachen» im Glauben?____________ ___________________________________________________________________________ Wie verhielt sich in dieser Hinsicht der «Starke»?___________________________________ ___________________________________________________________________________ 6. Das Neue Testament kennt einen besonderen Tag, den der gläubige Christ liebt und ehrt, allerdings nicht aufgrund eines gesetzlichen Gebots. Um welchen Wochentag handelt es sich dabei und woran erinnert uns dieser Tag? ________________________________________ ___________________________________________________________________________ 7. Nach Kolosser 2,16 soll uns niemand richten über _____________ oder _____________ , oder hinsichtlich eines ____________ oder _________________ oder von ______________ ; «die ein Schatten der zukünftigen Dinge sind». Nebenbei gesagt, sieht sich hier Paulus veranlasst, die Kolosser vor jüdischen Einflüssen zu warnen. Es hatte offenbar solche unter ihnen, denen diese gesetzlichen Einflüsse eine echte Gefahr bedeuteten. Wenn jemand einen bestimmten Tag feierte oder nicht, wenn jemand (zum Beispiel Fleisch) ass oder nicht, musste er das nicht für sich tun, sondern (Römer 14,6) «dem ____________ .» Was war in diesem Zusammenhang auch noch besonders wichtig, dass er es tat? ___________________________________________________________________________ 8. Schliesslich lebt keiner sich selbst und keiner __________________________________ . Unser Leben und unser Sterben muss ganz im Dienst des Herrn stehen, denn «sei es nun, dass wir leben, sei es, dass wir sterben, wir ____________________________ .» Der Tod bedeutet also keineswegs, dass wir aus dem Machtbereich unseres Herrn weggerückt werden. Auch im Tod gehören wir ganz Ihm. Das liegt daran, dass Christus für uns ______________________ __________________________________________________ . Dadurch wird Er «herrschen ___________________________________________________________ .» 9. In Vers 10 führt der Apostel Paulus den «Richterstuhl Gottes» an, vor dem einmal alle Menschen erscheinen müssen. Wird der Gläubige dort gerichtet werden? ________________ ___________________________________________________________________________ Warum nicht? _______________________________________________________________ Was geschieht denn mit dem Gläubigen, wenn er vor dem Richterstuhl erscheinen muss? ___________________________________________________________________________ 10. Das Offenbarwerden vor dem Richterstuhl steht für den Gläubigen in Verbindung mit der Belohnung seiner Werke. Wenn diese im Licht Gottes nicht bestehen können, werden sie (1. Korinther 3,15) ____________________________ . Der betreffende Gläubige leidet dann ________________ , denn er geht des Lohnes verlustig. Selbst wird er jedoch ____________ ______________________________________________ (Vergl. auch 2. Korinther 5,10). 11. Wer in einer solchen Gewissensfrage, wovon in unserem Kapitel die Rede ist, seinen Bruder verurteilt, masst sich Rechte an, die ___________ allein zustehen. 12. Statt einander wegen den in unserem Abschnitt behandelten Dingen zu richten, sollten wir vielmehr darauf bedacht sein, dass wir dem Bruder «nicht einen _______________________ _____________ .» Allerdings, wenn sündige Werke oder Taten im Leben von Gläubigen vorkommen, müssen diese vor Gott und Menschen verurteilt (gerichtet) werden, und nötigenfalls muss die Versammlung Zucht ausüben. 13. Was das Essen und Trinken angeht, ist nichts «an sich selbst _______________ .» Wenn man jedoch persönlich etwas als «unrein» oder ungeniessbar empfindet, muss man es nicht essen. 14. Falls wir uns über das Gewissen des «schwachen» Mitgläubigen hinwegsetzen, was tun wir dann? (Vers 15): ____________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ 15. In 1. Korinther 8,11 schreibt Paulus, dass der «Schwache» in diesem Fall durch unsere « _____________________ umkommt». 16. Es geht im Reich Gottes, was seinen sittlichen und geistlichen Charakter betrifft, nicht um Essen und Trinken. Es sollten uns drei Eigenschaften kennzeichnen, nämlich: «____________ _______________ und _______________ und _______________ im Heiligen Geist.»
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| Letzte Änderung am 31.12.2005. | ||||