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| Römer 8,10-17 | |||
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Kapitel 8,10-17Die ersten Verse des 8. Kapitels haben uns darüber belehrt, wie der Gläubige freigemacht werden kann vom «Gesetz» (der Regel, dem Grundsatz) der Sünde und des Todes, um künftig Frucht für Gott zu bringen. Wir haben weiter gesehen, dass das nur in der Kraft des Heiligen Geistes möglich ist. Der Geist wirkt im Gläubigen und befähigt ihn, «Gott zu leben». Die Verse, die wir jetzt besprechen, sagen uns weiteres über das Wirken des Heiligen Geistes im Gläubigen aus. 1. Im 10. Vers wird der Geist dem Leib gegenübergestellt. «Wenn aber Christus in euch ist, ___________________________________________________________________________ ____________________________________________ .» Der Leib des Menschen steht wegen der Sünde unter dem Urteil des Todes, ob er gläubig ist oder nicht. «Denn der Lohn der Sünde _____________________________ » (Römer 6,23). Auch der Gläubige muss, wenn der Herr nicht vorher kommt, durch das Tor des Todes gehen. Aber wie tröstlich, sein Geist ist zum Leben erweckt, schon jetzt auf dieser Erde, obwohl der Leib noch nicht erlöst ist. Aber dann heisst es in Vers 11 weiter: «Wenn aber der Geist dessen, ___________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ __________________________________ .» Der im Erlösten wohnende Heilige Geist ist das Unterpfand, die Garantie dafür, dass sein Leib der Niedrigkeit verwandelt werden wird zur Gleichförmigkeit mit dem Leib der Herrlichkeit des Herrn. «… der Geist aber Leben der Gerechtigkeit wegen», haben wir am Ende des 10. Verses gelesen. Die Tatsache, dass der Geist des Gläubigen zum Leben erweckt ist – und dadurch sind ihm alle Segnungen zuteil geworden – hat eine gerechte Grundlage auf dem Erlösungswerk Christi gefunden. 2. Als Erlöste befinden wir uns nicht mehr im «Fleisch», das heisst, das alte, elende «Ich», der «Mensch in Adam», macht nicht mehr die Stellung vor Gott aus. Die Beziehung zum «Fleisch», zum Wesen des alten Menschen, ist hinfällig geworden. Aus dieser Tatsache zieht Paulus im 12. Vers folgenden Schluss: «So denn, Brüder _______________________________________ _______________________________________________________________ zu leben, …». Wir erwarten vielleicht einen Nachsatz, der nach unserer Meinung etwa so lauten müsste: «Sondern wir sind Schuldner dem Geist, um nach dem Geist zu leben.» Das aber würde der gesetzlichen Neigung unserer Herzen Auftrieb geben. Es wäre eindeutig im Widerstreit zur wahren christlichen Freiheit und würde den Betreffenden erneut unter ein Joch des Gesetzes stellen. Gehen denn nicht aus der neuen Stellung, in die der Gläubige durch Gottes Gnade versetzt ist, ernste Verpflichtungen hervor? Ja gewiss! Aber diese Verpflichtungen lasten nicht wie ein schwer zu tragendes Joch auf ihm. Vielmehr fühlt er sich aus Liebe zu seinem Herrn und Heiland gedrungen, diesen Verpflichtungen nachzukommen. Jakobus spricht im 1. Kapitel seines Briefes vom «Gesetz der Freiheit» (Vers 25): «Wer aber ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Das Gesetz des alten Bundes war ein Gesetz der Knechtschaft. Der Israelit war von Geboten umgeben, die er nicht halten konnte. Wie ganz anders verhält es sich beim «Gesetz der Freiheit». Der wiedergeborene Mensch schaut hinein (in das Wort Gottes, das für ihn ein Gesetz der Freiheit ist) und macht die Entdeckung, dass dessen Forderungen seiner neuen Natur entsprechen. Diese Natur wünscht das zu tun, was Gott wohlgefällt. Diese Feststellung soll uns ein Ansporn sein, der neuen Natur hinreichend Nahrung zuzuführen, damit sie die Oberhand erhält in unserem Leben! 3. Im 13. Vers werden uns zwei Wege vor Augen geführt, wovon der eine im Tod endigt und der andere im Leben. «… denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, _______________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Der Apostel stellt hier die beiden grossen Grundsätze, welche Tod und Leben zur Folge haben, zur ernsthaften Betrachtung vor unsere Gewissen. Am Ende des Weges «nach dem Fleisch» steht der Tod. Das Wort «sterben» am Ende des 13. Verses bezieht sich nicht allein auf den leiblichen Tod, denn dieser steht als Folge des Sündenfalls ohnehin am Ende eines jeden Menschenlebens, es sei denn dass ein Gläubiger die Wiederkunft des Herrn zur Heimholung seiner Braut erlebt. Dem leiblichen Tod folgt auf dem Weg «des Fleisches» der «zweite Tod», die ewige Verdammnis, der «Feuersee» (Offenbarung 20,14.15). Wenn Paulus solches zu Gläubigen sagt, heisst das allerdings nicht, dass Erlöste wieder verloren gehen können. Das stände im Widerspruch zu Johannes 10,27-29: ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Vielmehr gibt der Apostel Paulus hier den Gläubigen in Rom eine ernste Warnung, die auch uns allen gilt. Wenn jemand auf dem «Weg des Fleisches» vorangeht, dann soll er wissen, dass das ein Weg ist, der, was die menschliche Seite betrifft, im Abgrund enden muss! Gott wird es allerdings nicht zulassen, dass ein wahrer Gläubiger, der auf Abwege kommt, verloren geht. Aber das wird der Warnung hier nicht hinzugefügt, um sie nicht zu entkräften. So kann zum Beispiel ein Vater bei einem Spaziergang am Ufer eines Flusses sein Kind mit folgenden Worten warnen: «Pass auf, fall nicht ins Wasser, denn sonst ertrinkst du!» Er wird aber wohlweislich nicht die beruhigenden Worte hinzufügen: «Wenn du ins Wasser fällst, ziehe ich dich wieder heraus», obwohl er das zweifellos tun würde. Denn dadurch würde er der Warnung die Schärfe nehmen. Am Ende des zweitgenannten Weges, der durch die Herrschaft des Heiligen Geistes gekennzeichnet ist, steht das «Leben». Wohl besitzt jeder, der dem Herrn Jesus angehört, jetzt schon das ewige Leben, aber er befindet sich noch in einem sterblichen Leib. Später, wenn sein Weg vollendet ist, wird er einen verherrlichten, unsterblichen Leib besitzen. In diesem Sinn ist hier in der Sicht des Apostels Paulus das ewige Leben noch zukünftig. Auf diesem Weg, der im «Leben» endet, soll der Gläubige die «Handlungen des Leibes» töten. Der Leib wird hier in Verbindung mit dem «Fleisch», dem Wesen des alten Menschen, betrachtet. Doch nicht er soll die Oberhand haben, sondern der Geist Gottes, der in jedem Gläubigen wohnt. Solange wir uns durch den Helligen Geist mit den Dingen Gottes und dem Herrn Jesus beschäftigen, hat die Sünde keine Erfolgsaussichten. Auf diese Weise kann der Geist «die Handlungen des Leibes töten». 4. «Denn so viele durch den Geist Gottes geleitet werden, ___________________________ __________________________ » (Vers 14). Als Erlöste sind wir in die Stellung von Söhnen gebracht worden. Man erkennt die Söhne Gottes daran, dass sie sich nicht durch die Impulse des Fleisches leiten lassen, sondern dass ihr Leben unter der Leitung des Heiligen Geistes steht. «Denn ihr habt nicht einen Geist der Knechtschaft empfangen _________________________ ___________________________________________________________________________ _________________________________________________________________ » (Vers 15). Als von Gott Begnadigte stehen wir nicht, wie einst das Volk Israel, in der Stellung von Knechten oder Sklaven. Wir werden durch den in uns wohnenden Geist Gottes nicht in knechtischer Furcht, sondern in Frieden geleitet. Wo dieser Geist wirkt, da ist Freiheit. In dem «Geist der Sohnschaft», den wir empfangen haben, rufen wir: «Abba, Vater!» Der Apostel Paulus sagt das mit ähnlichen Worten in Galater 4,6: _____________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Das Wort «Abba» ist ein aramäisches Wort, das bei der Übersetzung in seiner Bedeutung abgeschwächt würde. Es ist eine vertraulichere Form des Wortes «Vater», so wie ein Kind etwa seinen Vater mit «Vati» oder «Papa» anredet. Ehe wir weitergehen, noch einige Gedanken über die Titel «Söhne» und «Kinder». Erinnert der Titel «Söhne» mehr an unsere Stellung und die damit verbundenen Vorrechte, so weist der Name «Kinder» vor allem auf die innige Beziehung hin, in der wir, als aus Gott Geborene, zum Vater stehen. 5. «Wenn aber Kinder, _______________________________________________________ ___________________________________________________________________________ _____________________________________________ » (Vers 17). Wie unendlich erhaben ist die Stellung, in die wir als Kinder Gottes durch seine Gnade gebracht sind! Wir sind Erben Gottes, sein Besitz ist auch unser Besitz. Als Miterben Christi dürfen wir alles mit Ihm teilen, auf das Er als Schöpfer und Erlöser, als der Erstgeborene aller Schöpfung und der Erstgeborene aus den Toten das Anrecht hat. Er ist der Erbe des Weltalls, und als Kinder Gottes dürfen wir dieses Erbe mit Christus teilen. Wir als Gläubige werden das Erbe mit Christus antreten, wenn Er wiederkommt, um im Tausendjährigen Reich das Zepter der Weltherrschaft zu übernehmen, an der wir ebenfalls Anteil haben dürfen. Auch an der Herrlichkeit, die der Herr Jesus als Mensch sich hienieden durch sein Leben des Gehorsams und der völligen Hingabe an seinen Gott und Vater erworben hat, dürfen wir als seine Miterben einmal teilhaben. Einzig an seiner Gottheit und der Herrlichkeit, die Er bereits vor Grundlegung der Welt als der ewige Sohn Gottes besass, haben wir keinen Anteil. Diese beansprucht Er für sich allein! Anhand einiger Bibelstellen wollen wir das oben Gesagte erhärten: Der Herr Jesus ist der Erbe: Matthäus 21,38:______________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Hebräer 1,1.2:_______________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Und wir erben mit Ihm: Galater 3,29: ________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Titus 3,7: ___________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Jakobus 2,5: ________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Wir sind Christi Miterben: Epheser 3,6: ________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Im Neuen Testament wird das Erbteil fast überall mit dem Reich Gottes auf Erden, dem Land, das Gott Abraham verheissen hat, und dem Weltall in Verbindung gebracht. Unsere Gedanken werden damit vor allem auf das Tausendjährige Reich gerichtet, in dem Christus alle Dinge als Erbe empfangen wird. Das Erbteil wurde vom ersten Menschen gleichsam als Konkursmasse zurückgelassen, denn er hat durch den Sündenfall die ganze Schöpfung ins Verderben gestürzt oder, wie es in Römer 8,20 heisst: «der Nichtigkeit unterworfen». Aber Christus, der «zweite Mensch», der «letzte Adam», wird bald sein Eigentumsrecht auf das Weltall geltend machen und es in Besitz nehmen. 6. Der Weg zu dem herrlichen Ziel, das vor uns liegt, führt indes durch Leiden. Kein Christ kann ihnen entgehen; darum der Nachsatz: «wenn wir nämlich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.» Leider kommt es oft vor, dass man, obwohl ganz deutlich dasteht: «wenn wir nämlich mit- (also mit Christus) leiden», an Leiden für Christus denkt. Leiden für Christus, Leiden um des Namens unseres Herrn willen, sind ein Vorrecht, das nicht jedem Gläubigen geschenkt wird. Aber den Leiden mit Christus kann kein wahrer Christ entgehen. Eine Welt der Sünde und des Todes, der Leiden und der Tränen, konnte für seine heilige Natur und für sein liebendes Herz nur eine stete Quelle des Schmerzes und der Trauer sein. Was Er in dieser Welt sah und hörte, beleidigte sein Auge und Ohr, verwundete sein Herz und erweckte zugleich sein inniges Mitgefühl. So fühlt auch der geistliche Mensch auf seinem Gang durch die Welt die Dinge, wie Christus sie fühlte. Er leidet da, wo Christus gelitten hat. Die Folgen der Sünde um ihn her, verbunden mit dem Unglauben, der Gleichgültigkeit und Halsstarrigkeit der Menschen, bereiten ihm Schmerz. Gerade dieses Teilnehmen an den Leiden Christi verbürgt uns die Teilnahme an seiner Herrlichkeit droben. Bald werden wir alle, die hier mitleiden, dort mitverherrlicht werden. Wer nicht in irgend einem Masse mitleidet, beweist, dass er nicht aus Gott geboren, dass er nicht wirklich ein Christ ist. Es geht also hier keinesfalls um die sühnenden Leiden Christi. Daran haben wir keinen Anteil. Diese musste der Herr ganz allein erdulden. |
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| Letzte Änderung am 25.04.2008. | |||