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| Römer 8,1-9 | |||
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Kapitel 8,1-91. In den Lektionen 13 und 14 haben wir uns mit den Erfahrungen eines Menschen beschäftigt, der wohl von neuem geboren ist, aber die Befreiung von der Macht der Sünde noch nicht erfahren hat. Er versucht, mit eigener Kraft und dem Gesetz als Lebensregel das Gute zu tun und das Böse zu meiden. Dabei muss er die niederschmetternde Erfahrung machen, dass er dazu nicht fähig ist. Er lernt zu erkennen, dass in ihm zwei ganz verschiedene Naturen tätig sind. Die eine möchte das Gute tun. Daneben wohnt in ihm noch die Sünde, die ihn daran hindert, das Gute zu tun, ihn vielmehr zum Bösen verleitet. Das führt unweigerlich zu einem inneren Konflikt, der ihn an den Rand der Verzweiflung bringt. Schliesslich gibt er seinen in eigener Kraft geführten Kampf gegen die Sünde auf, wendet den Blick von sich selbst weg und richtet ihn auf den Herrn Jesus. Er erkennt, dass sein Erlöser nicht nur für seine Sünden (Tatsünden) gestorben ist, sondern auch für seinen sündigen Zustand, und nimmt das im Glauben voll für sich in Anspruch. Wie durch einen Schlag ist alles verändert. Nicht aber dass jetzt jeder Kampf für ihn aufhörte. Keineswegs! Aber, anstatt wie bisher mit sich selbst beschäftigt zu sein, beschäftigt er sich jetzt mit dem Herrn und den weit tragenden Ergebnissen seines Erlösungswerkes und – dankt Gott! 2. «Also ___________________________________________________________________ ________________________________________ » (Kapitel 8,1). Mit diesen triumphierenden Worten beginnt der Apostel das 8. Kapitel des Römerbriefes. Er setzt damit gleichsam jubelnden Herzens den Schlussstrich unter die Belehrungen der drei vorhergehenden Kapitel. Die Befreiung von jedem Verdammungsurteil steht fest für alle, die «in Christus Jesus sind». Das Heil ist bedingungslos, ist ein Gnadengeschenk Gottes. Doch wir brauchen kaum hinzuzufügen, dass dadurch die Pflicht eines jeden Gläubigen, in unermüdlicher Wachsamkeit und ernstem Selbstgericht zu wandeln, in keiner Weise abgewertet wird, aber es ist ein verhängnisvoller Irrtum, wenn man die Sicherheit unserer Stellung in Christus vom Wandel abhängig macht. 3. Bevor wir weitergehen, erlauben wir uns, zwei persönliche Fragen an Sie zu stellen. Sie müssen sie nicht unbedingt beantworten, aber es würde uns doch freuen, eine Antwort von Ihnen zu erhalten. Fallen die Antworten positiv aus, gibt uns das Grund, uns mit Ihnen zu freuen. Andernfalls würde uns daraus die Aufgabe erwachsen, Ihnen zu helfen, was wir von Herzen gerne tun würden. a) Haben Sie die volle Gewissheit, dass Sie «in Christus» sind, und damit jeglichem Verdammungsurteil enthoben? _________________________________________________ ___________________________________________________________________________ b) Können Sie ebenfalls Gott dafür danken, dass Sie nicht mehr in eigener Kraft gegen die Sünde ankämpfen müssen, dass vielmehr der Herr Jesus durch sein Werk am Kreuz die Voraussetzung geschaffen hat, dass Sie nicht mehr sündigen müssen? _________________ ___________________________________________________________________________ 4. Der zweite Vers ist nicht für alle leicht zu verstehen. «Denn das Gesetz _____________ ___________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________ .» Zweimal kommt in diesem Vers das Wort «Gesetz» vor. Wie in den Versen 1, 22 und 23 im 7. Kapitel handelt es sich hier um einen Grundsatz. Das Gesetz des Geistes des Lebens und das Gesetz der Sünde und des Todes sind zwei entgegengesetzte Gesetze oder Prinzipien. Das Prinzip des Geistes ist es, dem Gläubigen die Kraft für ein sieghaftes und geheiligtes Leben zu geben. Das Prinzip der in uns wohnenden Sünde ist es, uns zum Sündigen zu verleiten und damit in die Sphäre des Todes hinabzuziehen. Der «Geist des Lebens» war unaufhörlich im Herrn Jesus wirksam, als Er noch auf Erden wandelte. Nach vollendetem Erlösungswerk, als Sieger über Tod und Grab, hat Er auch uns sowohl das «Leben» als auch den «Geist», die Kraft dieses Lebens, mitgeteilt. Noch etwas fällt uns auf, wenn wir den ersten und zweiten Vers miteinander vergleichen. Während die Befreiung vom Verdammungsurteil das Teil aller ist, die «in Christus» sind, bedient sich der Apostel im zweiten Vers noch einmal, und zwar das letzte Mal in dieser Abhandlung, der Ich-Form. Das heisst, dass es sich hier um eine Sache der persönlichen Erfahrung handelt, zu der wohl für alle die Grundlage gelegt ist, die aber leider nicht von allen Gläubigen gemacht wird. Wie schade, dass vielen dadurch ein sieghaftes Leben verwehrt bleibt! 5. Wir haben in den vorangehenden Lektionen mehrmals gesehen, dass alle Versuche, auf dem Boden des Gesetzes die heiligen Anforderungen Gottes zu erfüllen, zum Scheitern verurteilt sind. Das Gesetz vermag kein geheiligtes Leben hervorzubringen, weil es «durch das Fleisch kraftlos ist». Das Problem liegt nicht beim Gesetz, das an sich eine gute Sache ist, sondern an der gefallenen menschlichen Natur. Die Verse 3 und 4 in unserem Kapitel zeigen uns, wie Gott in seiner Gnade und Barmherzigkeit selber eingegriffen hat, um das zu bewerkstelligen, was der Mensch unter dem Gesetz umsonst versucht hat. Wollen Sie diese beiden Verse einmal in ihrem vollen Wortlaut hier niederschreiben und sich ganz gut einprägen. Das Verständnis und das glaubensvolle Erfassen ihres Inhalts ist eine wichtige Voraussetzung für ein sieghaftes Leben. «Denn das dem Gesetz Unmögliche, ________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ Der Apostel stellt hier noch einmal das Erlösungswerk Jesu Christi der ganzen Kraftlosigkeit des Gesetzes vom Sinai gegenüber. Die völlige Unzulänglichkeit des Gesetzes, zu einem sieghaften Leben verhelfen zu können, ist uns im 7. Kapitel in erschreckender Deutlichkeit vor Augen geführt worden mit den Worten des 24. Verses: «Ich elender Mensch! ________________ _________________________________________________________________________ .» 6. Das Gesetz konnte fordern, verurteilen, verfluchen, aber nicht retten, keinen Sieg über die Sünde verschaffen. Nun, was das Gesetz nicht zu tun vermochte, das hat Gott getan. Er sandte seinen eingeborenen Sohn, um die Frage der Sünde zu ordnen. Um das aber tun zu können, musste Christus als ein wirklicher Mensch, als ein Mensch in Fleisch und Blut, aber in sich selbst völlig ohne Sünde, rein und heilig, auf dieser Erde erscheinen. Wie schön bringt das der 14. Vers im 1. Kapitel des Johannesevangeliums zum Ausdruck: «Und das Wort _____________ ___________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________ .» Er kam «in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde», aber Er selbst «tat keine Sünde» (1. Petrus 2,22). «er kannte Sünde nicht» (2. Korinther 5,21), und «in ihm war keine Sünde» (1. Johannes 3,5). 7. Christus starb, wie wir bereits früher erörtert haben, nicht nur für unsere Sünden, die wir verübt haben und leider noch tun werden, sondern auch für unsere Sündennatur, die «Sünde im Fleisch». Mit anderen Worten: Er starb nicht nur für das was wir tun, sondern auch für das was wir sind. Damit verurteilte und richtete ein heiliger Gott die «Sünde im Fleisch» an dem reinen und heiligen Leib unseres Heilandes. Von unserer Sündennatur heisst es nirgends in der Bibel, dass sie Vergebung empfangen muss; sie wurde vielmehr unter das Urteil Gottes gestellt. Die Sünden, die wir begehen, müssen vergeben werden. 8. Während uns der 3. Vers gezeigt hat, wie ein heiliger Gott an seinem eigenen Sohn die Sünde im Fleisch verurteilt hat, leitet der 4. Vers zum praktischen Ergebnis davon über. Der «Rechtsforderung des Gesetzes» wird in demjenigen entsprochen, der das Werk vom Kreuz voll für sich in Anspruch nimmt und sein Leben unter die Kontrolle des Heiligen Geistes stellt. «…damit die Rechtsforderung __________________________________________________ ___________________________________________________________________________ _________________________________________________________________________ .» 9. Es wäre sicher verfehlt, im 4. Vers, weil dort der Ausdruck «Gesetz» vorkommt, sein Augenmerk speziell auf das Gesetz vom Sinai zu richten. Hier geht es wieder um die Fülle der Anforderungen, die ein heiliger Gott an den Menschen als sein Geschöpf stellen muss. Solange ein Mensch praktisch «unter Gesetz» steht, indem er sich abmüht, das Fleisch zu bessern und den von Gott an ihn gestellten Anforderungen zu entsprechen, erlebt er nur bittere Enttäuschungen. Wenn aber die Seele die Fülle der Gnade erkannt hat, die ihr in dem gestorbenen und auferstandenen Heiland erschlossen ist, und sie ihren Blick von dem alten armen «Ich» weg auf Christus richtet, vermag sie in der Kraft des Heiligen Geistes nicht nur die Forderungen des «Gesetzes» Gott und den Menschen gegenüber zu erfüllen, sondern der Gläubige vermag sich dann darüber hinaus Gott darzustellen als ein Lebender aus den Toten. Er wird fähig, seine Feinde zu lieben, die ihn fluchen zu segnen und vieles andere mehr. 10. In den Versen 5-8 wird der Gegensatz zwischen den Menschen, die nach dem Fleisch, und denen, die nach dem Geist wandeln, entwickelt. In beiden Fällen wird das Leben von einer Natur bestimmt, die ihre besonderen Neigungen und Ziele verfolgt. Der Apostel befasst sich mit der grundsätzlichen Gesinnung der beiden Naturen. Jede sinnt auf das, was ihr eigen ist, entweder auf das «Fleisch» oder den «Geist». Das Wort «Fleisch» verkörpert hier, wie bereits an früherer Stelle, das Wesen und die Stellung des natürlichen, unbekehrten Menschen. «Denn die, die nach dem Fleisch sind, _________________________________________________ ___________________________________________________________________________ __________________________________________________________________ » (Vers 5). 11. «Denn die Gesinnung des Fleisches ___________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ____________________________________________________________ » (Verse 6 und 7). «Fleisch» und «Geist» bleiben einander entgegengesetzt. Die Gesinnung des Fleisches ist auf das Sichtbare gerichtet und bringt den Tod. In diesem Leben bringt sie Früchte, die die Merkmale des geistlichen Todes verkörpern, und die Ewigkeit bringt dem, der «im Fleisch» ist, den «zweiten Tod», die ewige Verdammnis. Die Gesinnung des Geistes ist «Leben und Frieden», eine Quelle in uns, die ins ewige Leben quillt und unsere Seele mit Frieden und Freude erfüllt. Bei uns ist die Verwirklichung der Gesinnung des Geistes leider nur unvollkommen, oft sehr mangelhaft, aber davon redet der Apostel hier nicht; er redet ausgesprochen grundsätzlich. Die Gesinnung des Fleisches aber erbringt nicht nur Früchte des Todes, sie lehnt sich auch gegen Gott auf, erkennt seine Oberhoheit nicht an, ist «Feindschaft gegen Gott». Seinen Geboten, die der Ausdruck seines Willens sind, unterwirft sie sich nicht. Sobald Gott ein Gebot gibt, regt sich in der Seele der Geist der Empörung; sie will unabhängig sein und hasst alles, was Gott gefällt. Darum bedarf der Mensch einer völlig neuen Natur. «Was aus dem Fleisch geboren ____________________________________________________________________ ____________________________________________________________ » (Johannes 3,6). 12. «Die aber, die im Fleisch sind, _______________________________________________ ________________________ » (Vers 8). Nichts, aber auch gar nichts an einem nicht erlösten Menschen, einem «Menschen im Fleisch», kann Gott gefallen – keine so genannten guten Werke, keine Einhaltung religiöser Gebräuche, keine Opferdienste, absolut nichts ist geeignet, den Menschen im Fleisch für Gott passend zu machen. Zuerst muss er den Platz eines schuldigen Sünders einnehmen und Christus im Glauben als seinen Herrn und Heiland annehmen. 13. «Ihr aber seid nicht im Fleisch, _______________________________________________ __________________________________________________________________ » (Vers 9). Unsere Beziehung zu Gott wird jetzt nicht mehr durch das «Fleisch», sondern durch den «Geist» charakterisiert. Der in uns wohnende Geist Gottes ist jetzt die Kraft, die die Wünsche und Neigungen der neuen Natur erfüllt und die des Fleisches niederhält. Der zweite Teil des Verses mag zur Frage Anlass geben, ob es denn einen «Geist Gottes» und einen «Geist Christi» gebe. Nein, der Geist ist nur einer, aber doch ist der Wechsel im Ausdruck gewiss nicht ohne Bedeutung. Hat sich nicht der Geist Gottes, von dem Christus ununterbrochen erfüllt war, während seines ganzen Erdendaseins durch ein Leben der völligen Hingabe an seinen Gott offenbart? Wer nicht die Spuren des Lebens unseres Herrn Jesus Christus in seinem eigenen Leben offenbart, erbringt nicht den Beweis, dass derselbe Geist in ihm wirkt, der einst in Christus war. Wohl mag das schönste äussere Bekenntnis vorhanden sein, aber die Merkmale, die ihn als Eigentum des Herrn stempeln sollten, fehlen. 14. Wir haben in dieser Lektion wieder einiges gelernt. Wir haben gesehen, dass auf Gottes Seite, als Ergebnis des durch Jesus Christus für uns vollbrachten Erlösungswerkes, jede Voraussetzung für ein sieghaftes Leben erfüllt ist. Mit Recht ist schon oft gesagt worden: «Kein Gläubiger muss sündigen, aber er kann sündigen», denn die alte, sündige Natur ist noch in ihm. Leider kommt es nur zu oft vor, dass sich diese böse alte Natur im Leben des Gläubigen durch sündige Taten offenbart. Das Leben des Gläubigen ist von einem steten Kampf zwischen den beiden in ihm wohnenden Naturen überschattet. Es ist darum so wichtig, dass wir alles daran setzen, die neue Natur zu nähren, damit sie im Leben die Oberhand gewinnt, indem wir das Wort Gottes reichlich in uns wohnen lassen und in lebendiger Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus verharren. Anderseits sollten wir alles meiden, was der alten Natur Auftrieb geben könnte. Auf diesem Weg werden wir mehr und mehr die befreiende Macht der Gnade Gottes erfahren. Wir möchten es nur wünschen, dass keiner der Kursteilnehmer es immer noch versucht, in eigener Kraft gegen die Sünde anzukämpfen. Wie schade wäre das! 15. Vielleicht haben Sie die Freimütigkeit oder gar das Bedürfnis, über Ihre bisherigen diesbezüglichen, persönlichen Erfahrungen etwas auszusagen. Ihre Ausführungen könnten uns Hinweise geben, wie wir Ihnen nötigenfalls hilfreich beistehen könnten, sei es in der Fürbitte oder durch einen persönlichen Rat. Aber Sie dürfen diese Zeilen ohne weiteres leer lassen. ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ ___________________________________________________________________________ |
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| Letzte Änderung am 25.04.2008. | |||