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| Römer 7,13-25 | |||
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Kapitel 7,13-251. Wir haben bereits in der letzten Lektion, in Verbindung mit der Frage, die der Apostel am Anfang des 7. Verses aufwirft, festgestellt, dass das Gesetz als solches eine gute Sache ist, obwohl es dem Fleisch Anreiz zur Sünde zu geben vermag. Auf die Frage: «Ist das Gesetz Sünde?», gibt er die klar verneinende Antwort: «Das sei ferne!». In Vers 12 gibt er erneut seine Stellungnahme zum Gesetz bekannt: «Also ist das Gesetz _______________________ ________________________________________________________________ ». Das Gesetz ist von Gott gegeben und ist deshalb vollkommen als der Ausdruck seines Willens für sein Volk. 2. «Gereichte nun das Gute mir zum Tod? Das sei ferne! Sondern die Sünde, damit sie als Sünde erschiene ______________________________________________________________ ________________________________________________________________ » (Vers 13). Die Ursache für den Tod, sagt Paulus, liegt also nicht im Gesetz, sondern in der Sünde. Das Gesetz, und zwar nicht nur das mosaische Gesetz, sondern jedes konkrete, von Gott gegebene Gebot, ist heilig, gerecht und gut. Die Sünde ist dermassen verderblich, dass sie durch etwas an sich Gutes das Gericht Gottes, den Tod, hervorbringt. Die Sünde wird «überaus sündig durch das Gebot». An und für sich schon böse, wird die Sünde durch das Tun des konkret Verbotenen zum unmittelbaren Ungehorsam, «überaus sündig». Dadurch wiegt sie vor Gott schwerer. Aber beachten wir: Es handelt sich hier nicht um Tatsünden, sondern um die Sünde als ein böses Prinzip, wie sie als eine böse Neigung im Menschen wirkt. 3. Vom 12. Vers bis zum Schluss des 7. Kapitels schreibt der Apostel weiterhin in der Ich-Form. Wir haben bereits in der 13. Lektion unter Punkt 7 erörtert, dass der Apostel Paulus dabei nicht von seinen eigenen gegenwärtigen Erfahrungen spricht, die er als reifer Christ laufend macht, sondern dass er unter diesem «Ich» vielmehr eine Seele versteht, die wohl bekehrt ist, aber das Erlösungswerk des Herrn am Kreuz von Golgatha noch nicht in seiner vollen Tragweite erfasst und für sich in Anspruch genommen hat. Hier begegnet uns das Bild eines Menschen, der wohl bekehrt ist, der aber im Sumpf zu versinken droht. Paulus vermag die Situation des im Morast versinkenden Mannes lebendig darzustellen, vielleicht aufgrund früherer ähnlicher Erfahrungen. Es geht hier also um eine Person, die von neuem geboren ist. Sie hat Leben aus Gott. Sie möchte nichts lieber tun als das Gute, und sie weiss auch, dass sie das zu tun hat. Es besteht eine Situation, die praktisch jeder Christ einmal durchmacht. Man stellt sich eine Reihe von Regeln auf, seien es die zehn Gebote oder die Lebensregeln, die wir im Neuen Testament vorfinden, und sagt sich: So und so muss mein christliches Leben aussehen. Dann aber stellt man bei sich selbst fest, dass nichts davon gelingt. Man versucht es wiederholt. Aber immer wieder scheitert das Ganze. So geht es immer weiter. Wie eine Spirale dreht man sich verzweifelt um sich selbst. «Denn wir wissen, dass das Gesetz geistlich ist, ich aber bin _________________________ » (Vers 14). «… denn was ich vollbringe, erkenne (oder: billige) ich nicht; denn nicht ________ ____________________________________________________________________________ _________________________________________ » (Vers 15). «Denn ich weiss, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn _________________________________ ____________________________________________________________________________ _________________________________________________________________ »(Vers 18). 4. Es hilft alles nichts, denn man kann sich selbst nicht an seinen eigenen Haaren aus dem Morast ziehen. Auf dem Boden des Gesetzes, das sagt, dass man selbst etwas tun muss, kommen wir nicht weiter. Im 8. Kapitel spricht der Apostel über den Heiligen Geist, der die wahre Kraftquelle ist. Dort finden wir Ihn als den Motor eines christlichen Überwinderlebens. Aber in Römer 7 ist der Motor gleichsam noch nicht eingeschaltet. Die hier beschriebene Person könnte man auch mit jemand vergleichen, der versucht, mit eigener Kraft sein Auto den Berg hinaufzuschieben. Es ist kein Wunder, wenn es dann statt bergauf immer weiter bergab geht. 5. «Denn nicht das Gute, das ich will, übe ich aus, sondern ___________________________ ________________________________________ » (Vers 19). Der Wille, das Gute zu tun, ist also vorhanden, die Kraft dazu aber fehlt. Wenn das aber so ist, «wenn ich das, was ich nicht will, ausübe _________________________________________________________________ _______________________________________ » (Vers 20). Das in Vers 17 bereits Gesagte: «Nun aber vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde», findet hier seine volle Bestätigung. Der Gläubige lernt auf dem Weg der Erfahrung (ausser der Wahrheit, dass nichts Gutes in ihm wohnt, und dass er ohne Kraft ist, das Gute zu tun), dass er unterscheiden muss zwischen sich als dem erneuerten Menschen, der das Gute will, und der in ihm wohnenden Sünde. Das bedeutet mit anderen Worten, dass es zwei verschiedene Naturen in ihm gibt, zwei verschiedene «Ich». Zunächst ist da ein fleischliches «Ich», das unter die Sünde verkauft ist, und dann ein zweites «Ich», der erneuerte innere Mensch, der die Sünde hasst. Damit ist dieser Gläubige zu der Erkenntnis gekommen, dass nicht dieses zweite «Ich» das Böse tut, sondern die in ihm wohnende Sünde. Solange der Gläubige die kostbare Wahrheit, dass er mit Christus gestorben, dass das erste «Ich» am Kreuz unter das Urteil des Todes gebracht worden ist und dass das Urteil dort vollzogen worden ist, noch nicht im Glauben erfasst hat, hat er – in der Hoffnung, noch etwas Gutes in seinem Fleisch zu finden – nur an die Forderung des Gesetzes und an sich selbst, sein eigenes Vermögen gedacht. Die Wörtlein «ich», «mir», «mich» kommen in den Versen 7-24 über vierzig Mal vor, während der Name Christus im 25. Vers zum ersten Mal genannt wird. 6. «Also finde ich das Gesetz (oder: die Regel, den Zwang) für mich, der ich ____________ _________________________________________________________________ » (Vers 21). Der Gläubige findet in seinem Leben ein Prinzip, ein «Gesetz» am Werk (die in ihm wirksame alte Natur), das alle seine guten Vorsätze, das Rechte zu tun, vereitelt. Immer wieder, wenn er das Richtige tun will, kommt es vor, dass es mit Sündigen endet. 7. Der Gläubige, in dessen Namen Paulus im 7. Kapitel gleichsam stellvertretend spricht, hat «Wohlgefallen an dem Gesetz Gottes nach dem inneren Menschen»; aber er sieht «ein anderes Gesetz» in seinen Gliedern, das dem Gesetz seines Sinnes « ________________________ ______ » und ihn in « _________________________________________________________ ________________________________ », das in seinen « ___________________________ » (Verse 22 und 23). Der 22. Vers liefert uns den Beweis, dass es sich bei dem Menschen, von dem der Apostel hier spricht, um einen wirklich bekehrten, von neuem geborenen Menschen handelt. Denn wie könnte ein Unbekehrter Wohlgefallen am Gesetz Gottes haben? Dieser Gläubige ist also auf dem Weg der Erfahrung zu der niederschmetternden Erkenntnis gelangt, dass er, obwohl er «Wohlgefallen hat an dem Gesetz Gottes», er einem Grundsatz, einer Regel oder einer Norm ausgesetzt ist, die den Wünschen seines erneuerten Sinnes widerstreitet und ihn in Gefangenschaft unter das «Gesetz der Sünde» bringt. Immer wieder finden wir bestätigt, dass unser Kapitel nicht von der Schuldfrage redet, sondern von der Sünde als Grundsatz oder Macht, sowie von dem völligen Mangel an Kraft, ihr zu widerstehen. Zugleich aber auch, dass wir nicht einen Menschen in der Finsternis seines natürlichen Zustandes vor uns haben, sondern eine erneuerte Seele, die mit aller Kraft kämpft, um den Sieg über das Böse zu erringen, aber sehen muss, dass alles in einer hilflosen Gefangenschaft für sie endet. Sie muss erkennen, dass in den Gliedern des Menschen eine Macht wirkt, der er nicht zu widerstehen vermag, so sehr er sie hasst und sich von ihren Einflüssen freizumachen sucht. Trotzdem kann man sagen, dass die Seele Fortschritte macht, wenn auch die Finsternis um sie her immer dichter zu werden scheint. Aber wie immer, geht auch hier dem Anbruch des Tages dichteste Finsternis voraus. 8. Völlig zu Boden geworfen, keinen Ausweg mehr sehend, macht der Mensch seiner Seelenqual endlich Luft in dem Schrei: «Ich elender Mensch! ____________________________ __________________________________________________ ?» (Vers 24). Die Wortstellung im Grundtext verleiht hier dem Wort «Mensch» besonderen Nachdruck. Der elende Zustand des Menschen ist der Seele zum Bewusstsein gekommen. Trotz der Erneuerung seines Willens und der Erkenntnis dessen, was er nach dem Gesetz sein sollte, ist der Gläubige doch nur ein Mensch mit bösen Lüsten und Begierden, ohne die Möglichkeit, in eigener Kraft das Böse zu überwinden. 9. Der Ausdruck: «dieser Leib des Todes» kennzeichnet treffend den hilf- und hoffnungslosen Zustand, in dem er sich befindet. Aber wenn die Gnade Gottes ihn zu der klaren Erkenntnis dessen gebracht hat, was er ist, überlässt sie ihn nicht sich selbst, sondern vollendet ihr Werk, indem sie seinen Blick von seiner Person weg auf Gott richtet und ihm den Retter zeigt, nach dem er sehnlich ausschaut. «Ich danke Gott _________________________________ , unseren Herrn!» So kommt es auf einmal über die Lippen des eben noch mit Angst und Schrecken Erfüllten. Wie ist diese wunderbare Wandlung bewirkt worden? Durch die einfache, aber so wichtige Tatsache, dass dieser Mensch nicht mehr auf das blickt, was er für Gott ist oder sein sollte, sondern dass er sein Auge auf das richtet, was Gott für ihn ist durch Jesus Christus! Zusammenbrechend unter der furchtbaren Last der Entdeckung, dass trotz allen Seufzens, Betens, Flehens und Ringens nur Fehler über Fehler, Enttäuschung über Enttäuschung sein Teil waren, gibt er endlich sich selbst als hoffnungslos bösen Fall auf und erkennt in Christus den, der nicht nur seine Schuld getragen hat, sondern auch sein Erretter geworden ist aus dem furchtbaren Zustand, in dem er lag. 10. Aber ist mit dieser Errettung von der Macht der Sünde das Fleisch in dem Gläubigen verändert oder gar beseitigt? Trägt er die alte Natur nicht mehr in sich? Es wäre eine verhängnisvolle Täuschung, so etwas zu denken, und der Geist Gottes hat Sorge getragen, uns davor zu bewahren, indem Er den Apostel zugleich die Worte hinzufügen lässt: «Also nun diene ich ____________________________________________________________________________ _____________________________________ ». Aus dieser Schlussbemerkung des 7. Kapitels wird deutlich, dass, wenn der Gläubige das Fleisch wirken lässt, er dem Gesetz der __________________ dient. Möge der Herr es schenken, dass wir mit Petrus sagen können: «Die vergangene Zeit ist uns genug, den Willen der Nationen vollbracht zu haben». Was wir wünschen ist, die uns noch zur Verfügung stehende Zeit dem Willen Gottes zu leben. _______________________
In Römer 7 wird öfters vom «Gesetz» gesprochen. Damit wird jedoch nicht immer das mosaische Gesetz gemeint. Folgende Übersicht soll das deutlich machen: Vers 1: Hier spricht der Apostel vom Gesetz im allgemeinen Sinn, als von einer feststehenden Regel, einem Grundsatz oder einer Norm. Vers 2: Hier ist das Ehegesetz gemeint. Vers 3: «frei vom Gesetz»: Dies bezieht sich auf das mosaische Gesetz. So auch die Verse 5,6,7,12 usw. Vers 21: «finde ich das Gesetz für mich»: Hier wird, wie bereits in Vers 1, Gesetzmässigkeit, feststehende Regel (Norm) gemeint. In Vers 23 wird sogar von drei solcher Regeln oder Gesetzmässigkeiten gesprochen. |
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| Letzte Änderung am 25.04.2008. | |||