Römer 7,1-6  
  Home Erwachsene Kinder und Jugendliche Uebersicht Kurse Suche     

Kapitel 7,1-6

Im vierten Kapitel hat der Apostel Paulus mehrere Male gezeigt, dass der Mensch nicht aufgrund von Gesetzeswerken gerechtfertigt werden kann, sondern einzig und allein durch den Glauben an Jesus Christus. Im sechsten Kapitel ging Paulus noch einen Schritt weiter, indem er behauptete, dass wir als Gerechtfertigte gar nicht mehr unter dem Gesetz stehen. Für den Juden war es unglaublich schwierig, das einzusehen, hat Gott doch das Gesetz dem Volk Israel gegeben. Es gibt aber auch in unseren Tagen viele Gläubige, die damit Probleme haben. Sie wissen zwar, dass sie durch Gesetzeswerke nicht gerechtfertigt werden können, aber sie sind trotzdem nicht losgelöst vom Gesetz, indem sie dieses weiterhin als ihre Lebensregel betrachten. Auf diese Weise bringen sie sich selbst und andere doch wieder unter Gesetz, mit allen Folgen, die sich daraus ergeben.

1. Adam stand im Garten Eden unter einem Gebot. Deshalb hatte seine Sünde den Charakter der __________________________ (vergl. Römer 5,14). Nach dem Sündenfall aber stand die Menschheit nicht mehr unter einem Gebot. Trotzdem aber sündigten die Menschen, deshalb «herrschte der Tod von Adam bis auf Mose». Während dieser Zeit hatten die Sünden, die die Menschen begingen, nicht den gleich schwerwiegenden Charakter wie die Sünde Adams.

2. Aus einer Reihe von Aussagen des Römer- und Galaterbriefes geht klar hervor, dass nicht immer ein Gesetzesverhältnis zwischen Gott und dem Menschen bestand. So sagt z.B. Römer 5,20: «Das Gesetz aber _________________________________ » oder «kam hinzu». Es war also nicht immer vorhanden. Galater 3,17 sagt aus, dass das Gesetz _________ Jahre später als die Verheissung an Abraham dem Volk Israel gegeben wurde. Und Vers 19 desselben Kapitels sagt, dass das Gesetz ______________________________ wurde.

3. Das Gesetz wurde auf dem Berg Sinai von Gott durch Mose dem Volk gegeben, aber es wurden nicht alle Menschen darunter gestellt, sondern nur das Volk Israel. So spricht Römer 2,12 über Menschen, die «ohne __________________ gesündigt haben», und von Menschen, die «unter __________________ gesündigt haben». Von den Nationen sagt Römer 2,14, dass sie «kein _______________________________ .» Und was sagt Römer 9,4 von den Juden? «… deren die Sohnschaft ist und die Herrlichkeit und die Bündnisse und _________________ _______________ …». Dasselbe findet die Bestätigung in 1. Korinther 9,20.

4. Dass die Zuteilung des Gesetzes zeitgebunden war, sehen wir ganz deutlich in Galater 3. In Vers 19 steht nicht nur, dass das Gesetz «hinzugefügt» wurde, sondern auch, dass es gegeben wurde, «(bis _________________________________________________________________ _________________ )». Dieser «Same», Christus, ist unterdessen gekommen, und das Gesetz als Lebensregel hat sein Ende erreicht. Auch die Aufgabe, die das Gesetz gemäss Vers 24 hatte, war zeitgebunden. Das Gesetz war nämlich ein « _____________________________ auf ________________ hin.» «Da aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr ________ _______________________________________ » (Galater 3,25).

5. Aber, wird vielleicht jemand sagen: «Wohl sind wir nicht unter dem Gesetz im Sklavendienst, aber wir sind es dem Herrn aus Dankbarkeit schuldig, uns dem Gesetz zu unterwerfen.» Das kann wohl gut gemeint sein, aber das Gesetz sagt nicht: «Tu dies aus Dankbarkeit für das, was Gott an dir getan hat», sondern: «Tu dies, und du wirst leben!» Und wenn jemand nicht «tut», ja sogar nur in einem Gebot strauchelt, dann ist er «aller _____________________________ ______________________________________ (Jakobus 2,10).

6. Die Wirkung, die das Gesetz hat, macht ebenfalls deutlich, dass es nicht eine Lebensnorm sein kann, der sich der Gläubige aus Dankbarkeit unterwirft:

  • Römer 4,15: «Denn das Gesetz _______________________________; …»
  • Römer 5,20: «Das Gesetz aber ______________________________, damit ________ ________________________________ würde»
  • Römer 7,5: «… wirkten die Leidenschaften der Sünden, _________________________ ___________________________________, in unseren Gliedern, …»

7. Der Name, der in 2. Korinther 3,7 dem Gesetz gegeben wird, verdeutlicht das oben Gesagte noch. Dort ist die Rede von dem «Dienst ____________________________ ,… » Wie kann man mit einer Vorschrift, die zum Tod und ins Gericht führt, seine Dankbarkeit Gott gegenüber zum Ausdruck bringen?

_______________________

 

Nachdem wir uns in dieser Lektion mit einigen allgemeinen Fragen befasst haben, die das Gesetz betreffen, wollen wir miteinander die Verse 1-6 des 7. Kapitels betrachten.

8. «Oder wisset ihr nicht________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________?» (Vers 1) Wenn der Apostel sagt: «Ich rede zu denen, die das Gesetz kennen», spricht er nicht vom mosaischen Gesetz, sondern von Gesetz im allgemeinen Sinn. Er sagt mit anderen Worten: «Ich rede zu Leuten, die wissen, was das Wort 'Gesetz'» bedeutet. Gesetz in diesem allgemeinen Sinn ist ein herrschender Grundsatz, der Unterwürfigkeit fordert. Steht der Mensch unter einem Gesetz, so steht er unter einer Autorität, die ihm Verpflichtungen auferlegt oder Forderungen an ihn stellt. Das Gesetz kann nur durch Erfüllung seiner Forderungen befriedigt werden.

«Wisst ihr nicht …, dass das Gesetz über den Menschen herrscht, solange er lebt?» Nur der Tod kann den dem Gesetz Unterworfenen von den Forderungen des Gesetzes befreien. Um das zu illustrieren, führt der Apostel in den Versen 2 und 3 das Ehegesetz an. So wie der Tod das Band der Ehe zerreisst, hat der Tod beim gläubig Gewordenen der Beziehung zum Gesetz ein Ende bereitet. Welcher Tod? Der Tod, den Christus an seiner Statt am Kreuz erlitten hat.

9. «Also seid auch ihr __________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ _________________________________________________________ » (Vers 4).

Der Gläubige ist hinfort nicht mehr mit dem Gesetz, sondern mit dem Herrn Jesus verbunden, und zwar auf der Grundlage der Auferstehung. Die Gnade Gottes hat ihn aus dem alten Verhältnis herausgenommen und in eine ganz neue Verbindung gebracht, die auf den Tod und die Auferstehung des Christus gegründet ist, in welcher er Gott Frucht bringen kann, was vorher ausgeschlossen war.

Beachten wir aber, dass der Apostel bei der Anwendung das in den Versen 2 und 3 benützte Bild umkehrt. Nicht der «alte Ehemann», das Gesetz, ist gestorben, sondern wir, die Gläubigen, als mit Christus Gekreuzigte. Der alte Mensch, der «Mensch im Fleisch», an den sich das Gesetz vom Sinai richtet, ist tot. Damit hat der Gläubige keine Verpflichtung mehr dem Gesetz gegenüber. Er ist eines «anderen» geworden, «des aus den Toten Auferweckten». Er gehört nun Ihm allein an!

Auf diesem neuen Boden, auf den er durch die Gnade Gottes gestellt ist, kann der Gläubige in der Kraft des Heiligen Geistes fruchtbringend im Dienst für Gott arbeiten. Das Gesetz hat für ihn ausgedient. An die Stelle eines Lebens unter der Knechtschaft des Gesetzes tritt ein Wandel unter der Leitung und in der Kraft des Heiligen Geistes, ein Leben, das aber ebenfalls gekennzeichnet ist durch Unterwürfigkeit unter Gottes Wort.

10. Der eine oder andere Kursteilnehmer stellt sich vielleicht die Frage: «Geht uns das alles, was der Apostel Paulus hier behandelt, etwas an, da wir ja nicht aus den Juden; sondern aus den Nationen stammen? Das Gesetz vom Sinai ist ja Israel gegeben, und nicht den Nationen.» Es ist vollkommen wahr, dass sich das Gesetz vom Sinai förmlich an das Volk Israel richtet. Doch, auch wenn wir, die Gläubigen aus den Nationen, nie unter den Buchstaben des Gesetzes gestellt waren, so finden wir doch darin (im Sitten- aber nicht im Zeremonialgesetz) ausgesprochene moralische Grundsätze, vor allem in den zehn Geboten. Diese moralischen Grundsätze finden auf alle Menschen Anwendung, weil sie das darstellen, was ein heiliger und gerechter Gott von seinem Geschöpf erwartet. Unter diesen Forderungen eines heiligen Gottes kann der Mensch nicht anders als verloren sein, da er nicht in der Lage ist, ihnen zu entsprechen. Deshalb die auch für uns so aktuelle Frage: «Wie kann der Mensch vom Gesetz frei werden?»

11. Sind wir etwa vom Gesetz losgemacht, um «gesetzlos» zu werden? Keineswegs! Wollen Sie bitte nochmals nachlesen, was wir in Lektion 11 unter Punkt 9 am Schluss über «Gesetzlosigkeit» erörtert haben, und mit einigen Sätzen hier zusammenfassen: ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________

12. Völlig frei vom Gesetz, mit Christus, dem wahren «Ehemann» in Verbindung gebracht, sind wir als Gläubige nun fähig gemacht, «Gott Frucht zu bringen» (Vers 4). Als gestorben mit Christus sind wir von unserer alten Verpflichtung gelöst, um nun Ihm allein anzugehören, und zwar nicht wieder in irgend einem gesetzlichen Geist, sondern in alleiniger Unterwerfung unter Christus, Ihm gleichsam angetraut, auf Ihn schauend, ständig von Ihm lernend. Wir möchten an dieser Stelle noch einmal unterstreichen, was wir bereits weiter oben angeführt haben: Der Christ kann und darf in keiner Weise zwei Herren dienen, weder Christus und der Sünde (Kapitel 6), noch Christus und dem Gesetz (Kapitel 7)! Das Leben ist für den Gläubigen «Christus» (Philipper 1,21)! Nur in Verbindung mit Christus und in einer innigen Gemeinschaft mit Ihm kann er Gott Frucht bringen. Im 15. Kapitel des Johannesevangeliums finden wir die Frucht als ein Merkmal wahrer Jüngerschaft. Wollen Sie bitte notieren, was wir im 5. Vers über das Fruchtbringen lesen: _______________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________   In Johannes 15 braucht der Herr mehrmals den Ausdruck «bleiben». «In Ihm bleiben» hat eine andere Bedeutung als einfach «gläubig» sein, sein Eigentum sein, was das Teil einer jeden wiedergeborenen Seele ist. Alle, die den Herrn Jesus als ihren persönlichen Heiland angenommen haben, gehören Ihm an, sind sein Eigentum. Aber leider kann nicht von allen gesagt werden, dass sie «in Ihm bleiben». Wenn wir viel an den Herrn Jesus denken, uns viel mit Ihm beschäftigen, d.h. eine innige Gemeinschaft mit Ihm pflegen, dann bleiben wir in Ihm. Das führt uns dazu, nach seinem Willen zu forschen und das zu tun, was Ihm wohlgefällig ist, und Ihn anschauend, werden wir Ihm immer ähnlicher (2. Korinther 3,18). Das ist der Weg, der dazu führt, viel Frucht für Gott zu bringen. Ausser Ihm können wir gar nichts tun, was der Vater im Himmel als Frucht bewerten könnte, auch nicht auf einem gesetzlichen Weg.

13. «Denn als wir im Fleisch waren, ______________________________________________ ____________________________________________________________________________ _________________________________________ » (Vers 5). Das Wort «Fleisch» verkörpert hier das Wesen und die Stellung des natürlichen, unbekehrten Menschen vor Gott. Der «Mensch im Fleisch» steht auf dem Boden des «ersten Adam» vor Gott und ist Ihm als solcher verantwortlich. Es handelt sich dabei nicht eigentlich um die Schuld, die sich der Mensch durch das Sündigen vor Gott aufgehäuft hat diese – Frage wird anderweitig behandelt – sondern um den sündigen Zustand, in dem sich jeder Mensch von Natur ausnahmslos befindet, um das Joch der Sünde, unter dem wir alle von Natur stehen. Das moralische «Fleisch», die Sünde, ist zwar im Gläubigen noch vorhanden (siehe 1. Johannes 1,8), aber er steht nicht mehr unter ihrer Herrschaft, noch macht sie, wie das früher der Fall war, seine Stellung vor Gott aus.

Wie sattsam bekannt, verbietet das Gesetz die Sünde, aber es gibt keine Kraft zum Halten der Gebote Gottes. Im Gegenteil, es gibt der Sünde Anlass, wirksam zu werden. Wie wir es im 5. Vers gelesen und niedergeschrieben haben, «wirkten die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, in unseren Gliedern». Doch übersehen wir nicht: Die Quelle jener Leidenschaften ist nicht etwa das Gesetz, was man sich, wenn man diese Schriftstelle nur oberflächlich liest, vielleicht dabei denken könnte; die Quelle liegt in uns, aber das Gesetz wirkt auf sie ein und setzt sie in Tätigkeit. Wenn ein Lehrer seinen Schülern verbietet, die Wände ihres Schulzimmers zu verkritzeln oder zu besprayen, so wird in vielen, die früher nie an so etwas gedacht haben, die Lust erwachen, das Verbotene zu tun.

14. «Jetzt aber _______________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ _________________________________________________________________ » (Vers 6).

Nachdem wir durch den Tod, als mit Christus Gestorbene, vom Joch des Gesetzes freigemacht worden sind, sind wir eine «neue Schöpfung» geworden. Wollen Sie dazu die Stelle 2. Korinther 5,17 notieren: ________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________

Unser Dienst besteht nicht mehr in der Erfüllung buchstäblicher gesetzlicher Forderungen in eigener Kraft, wie der «Mensch im Fleisch» es immer wieder vergeblich versucht, sondern darin, dass wir Christus nachfolgen in der Kraft des Heiligen Geistes, indem wir als solche erfunden werden, die gemäss Johannes 15 «in Ihm bleiben», d.h. in einer innigen Gemeinschaft mit Ihm verharren. Als der göttlichen Natur teilhaftig geworden, vermögen wir, durch den Geist geleitet und gestärkt, so zu wandeln, wie es Gott wohlgefällig ist.

Kurs ausdrucken

12_Roemer_7.1-6.pdf

Online ausfüllen

12_Roemer_7.1-6-Form.pdf

 
  Letzte Änderung am 25.04.2008.