Römer 6,10-23  
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Kapitel 6,10-23

Wir haben uns in der 9. Lektion ziemlich eingehend damit beschäftigt, dass der Gläubige mit Christus gestorben ist. Er hat mit dem alten Leben abgerechnet und wandelt jetzt in «Neuheit des Lebens». Das ist jetzt auf dieser Erde schon der Fall. Das Auferstehungsleben findet also in diesem neuen Wandel bereits in der Gegenwart seinen sichtbaren Ausdruck, wird aber erst in der künftigen Herrlichkeit, wenn wir mit dem Auferstehungsleib versehen sind, vollumfänglich unser Teil sein.

1. Um uns dieses Auferstehungsleben zu erwerben, musste Christus in Tod und Grab hinabsteigen. «Denn was er (Christus) gestorben ist, ________________________________ _________________________________________________________________ » (Vers 10). Durch dieses eine Opfer wurde die Frage der Sünde (nicht nur die Frage unser Sünden) endgültig geregelt; es ist also keine Wiederholung mehr nötig. Nun aber, aus den Toten auferweckt, «lebt er (Christus) Gott». Natürlich lebte Christus schon vorher für Gott, doch nun «lebt er Gott» in einer völlig neuen Beziehung als der Auferstandene in einer neuen Sphäre, wo die Sünde niemals hingelangen kann.

2. «So auch ihr, ______________________________________________________________ __________________________________________________ ». Wir würden – wenn wir uns so ausdrücken dürfen – ein schweres Unrecht an dem Tod und der Auferstehung unseres Herrn begehen, wenn wir uns nicht in Ihm der Sünde für tot, Gott aber in Ihm lebend betrachten würden. Das verlangt von uns einen Glaubensschritt, der sich in einer kompromisslosen Haltung gegenüber dem «alten Menschen» äussert. Wir sehen ihn, wie Gott ihn sieht, mit Christus gekreuzigt. Anderseits sehen wir uns in Christus als dem Auferstandenen als zu neuem Leben erweckt vor Gott. Ach, wenn wir Kinder Gottes diese Wahrheit nur mehr im Glauben erfassen und ihre befreiende Kraft im Leben erfahren möchten! Wie würden wir darin Gott verherrlichen und die eigenen Herzen mit Freude und Dank erfüllen!

3. Wer diese Wahrheit wirklich verstanden hat und darin wandelt, ist ein glücklicher, befreiter Christ, der die in den Versen 12 und 13 folgenden Ermahnungen des Apostels dankbar begrüsst und seine Befriedigung darin findet, sie zu verwirklichen. «Also herrsche nicht ____________ ______________________________________________________, um seinen ____________ ___________________________________ » (Vers 12). Ein Christ kann sündigen, muss aber nicht sündigen; er ist nicht gezwungen, nur einen unreinen Gedanken zu haben. Er wird sündigen, wenn er nicht wachsam ist; wenn aber das neue Leben und die Kraft des Heiligen Geistes in ihm wirken, braucht er der alten Natur in keiner Weise mehr zu dienen, nicht einmal in Gedanken.

4. «… stellt auch nicht __________________________________________________________ _____________________________ , sondern stellt euch selbst ________________________ _____________________________________ , und eure Glieder _______________________ _______________________________________________________ ».

Früher ein Sklave und Diener der Sünde, kann der Gläubige jetzt sich selbst «Gott darstellen» als ein aus den (geistlich) Toten lebendig Gemachter, und seine Glieder: Auge, Ohr, Zunge, Hand, Fuss usw., die er früher als «Werkzeuge der Ungerechtigkeit» benutzte, darf er jetzt mit Freuden in Gottes Dienst stellen.

5. «Denn», fährt der Apostel in Vers 14 fort, «die Sünde _____________________________ _________________________________________________________________________ ». Unserem rein menschlichen Denken und Empfinden würde es freilich eher entsprechen, wenn der Apostel an dieser Stelle auf die Gebote Gottes hinweisen würde. Aber nein, er verweist auf die Gnade Gottes! So wie die Gnade allein den Sünder rettet, so gibt auch allein die Gnade dem Erlösten Kraft zu einem Gott würdigen Wandel. Das Gesetz verleiht weder Leben noch Kraft. Wie wird das Gesetz in 1. Korinther 15,56 genannt? _______________________ ___________________________ . Durch seine Verbote reizt es die Lüste und Leidenschaften des Fleisches an. Wären wir unter Gesetz gestellt, so würde die Sünde nach wie vor ihre Herrschaft über uns ausüben. Dieselbe Gnade, die uns von der Macht der Sünde freigemacht hat, gibt uns Kraft, fortan in Neuheit des Lebens zu wandeln.

6. In Vers 15 wiederholt der Apostel die Frage von Vers 1 in einer etwas veränderten Form: «Was nun, ___________________________________________________________________ ________________________________________________ !» Das Motiv ist jetzt nicht, dass, je mehr wir sündigen, die Gnade umso mehr überströme, sondern vielmehr die Tatsache, dass man denken könnte: Aha, wir sind ja nicht mehr unter Gesetz, sondern stehen unter Gnade, dann kommt es ja nicht so sehr darauf an, wenn man das eine oder andere Mal noch sündigt. Der Apostel beantwortet diese Frage zunächst kurzum mit dem Einwand: «Das sei ferne!» Es gibt für den Christen nur ein ernstes Entweder-Oder, keinen Mittelweg! «Wisst ihr nicht, ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ___________________________________________________ ?» (Vers 16). Der Mensch ist dessen Sklave, dem er sich unterstellt, in unserem Fall entweder der «Sünde zum Tod» oder dann «des Gehorsams zur Gerechtigkeit».

7. Das Herz des Apostels fliesst von Dank über, wenn er schreibt: «Gott aber sei Dank, ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ dem ihr übergeben worden seid!» Es ist hier die Rede von dem «Bild der Lehre». Das griechische Wort, das hier mit «Bild» wiedergegeben worden ist, hat auch die Bedeutung von «Muster», «Modell» oder «Form», kann aber auch mit «Vorbild» übersetzt werden. Das Wort Gottes hat einen bildenden Einfluss auf uns. Es ist darum so ausserordentlich wichtig, dass wir uns so viel wie möglich dem Einfluss des Wortes aussetzen!

8. «Frei gemacht aber von der Sünde, ____________________________________________ ____________________ . Ich rede menschlich, ____________________________________ _________________________________________ ». «Freigemacht von der Sünde» bedeutet nicht, dass wir die sündige Natur nicht mehr in uns haben. Das wäre im Widerspruch zu 1. Johannes 1,8. Dort heisst es: « __________________________________________________ ____________________________________________________________________________ __________________________________________ ». Die alte Natur, das Prinzip der Sünde, die Wurzel des Bösen ist immer noch in uns, aber wir sind freigemacht von der Sünde als ein uns beherrschendes Lebensprinzip.

Der Apostel Paulus redet «menschlich» (Vers 19). Er entschuldigt sich gleichsam, dass er hier das Bild der Sklaverei anführt. Aber er muss wegen des unzulänglichen geistlichen Zustandes der Römer mit solch einer Bildersprache arbeiten. Praktische Gerechtigkeit ist nicht eigentlich eine Sklaverei, ausser wenn wir «menschlich» reden. Wohl sind jene, die die Sünde tun, Sklaven der Sünde, doch wen der Sohn Gottes frei macht, der ist wirklich frei. (Vergleiche Johannes 8, 34.36).

9. «Denn ebenso wie ihr________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ________________________ zur Gesetzlosigkeit ___________________________________ __________________________________________________ zur Heiligkeit». Unser früheres Leben war durch zwei Kennzeichen geprägt: «Unreinheit» und «Gesetzlosigkeit». Gesetzlosigkeit geht noch weiter als Gesetzesübertretung. Johannes stellt in seinem ersten Brief, Kapitel 3, Vers 4, die Sünde der Gesetzlosigkeit gleich. Wollen Sie bitte diesen Vers hier notieren: ____________________________________________________________________ _____________________________________________________ . Gesetzlosigkeit bedeutet, dass man sich Gott nicht unterordnet, seinen eigenen Weg gehen will und sich weigert, den Herrn als rechtmässigen Gebieter anzuerkennen. Kurz gesagt heisst es, den eigenen Willen über den Willen Gottes zu stellen. Im weiteren Sinn bedeutet Gesetzlosigkeit die Auflehnung gegen jede Art von Autorität.

10. In Vers 19 heisst es: «Sklaven … der Gesetzlosigkeit zur Gesetzlosigkeit». Haben Sie sich schon einmal Gedanken über den Sinn dieser Wortkombination gemacht? Können Sie darüber etwas aussagen?______________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________

11. Am Ende des 19. Verses werden wir ermahnt, unsere Glieder «als Sklaven der Gerechtigkeit zur Heiligkeit» darzustellen. Wir sind von der Macht der Sünde freigemacht, nicht aber um jetzt zu tun, was uns beliebt, sondern in heiliger Unterwürfigkeit der Gerechtigkeit zu dienen. Beim Ausdruck «Heiligkeit», der insgesamt 10 Mal im Neuen Testament[1] vorkommt, geht es um Absonderung zu Gott hin und um die Hingabe an Ihn. Man wird für Gott zur Seite gestellt, reserviert. Und das ist selbstverständlich gepaart mit Entsagung der Sünde gegenüber.

12. Als wir noch Sklaven der Sünde waren, waren wir in einer verzweifelten Situation. Inwiefern? __________________________________________________________________ _________________________ . Der Apostel Paulus fordert uns im 21. Vers auf, noch einmal an die Zeit zurückzudenken, als wir noch «Freie von der Gerechtigkeit» waren. Was hat diese Zeit für Frucht hervorgebracht? Müssen wir nicht erröten, wenn wir daran denken, was wir damals für Dinge getan haben? Wollen wir doch einen Vergleich anstellen mit unserer heutigen Situation! Die ist eine weit bessere! «Jetzt aber, ____________________________________ ____________________________________________________________________________ _________________________________________ ewiges Leben» (Vers 22).

13. «Gottes Sklaven geworden». Ihm dürfen und sollen wir nun unverkürzt alle Kräfte des Leibes und der Seele weihen, dessen wohlgefälligen Willen wir durch sein Wort und seinen Geist immer klarer verstehen und durch die Gnade zu verwirklichen lernen. Indem wir in Ihm wandeln, haben wir «unsere Frucht zur Heiligkeit, als das Ende aber ewiges Leben». Einst bestand unsere Frucht in den finsteren Werken des Fleisches, heute dürfen wir die Frucht des Geistes bringen, lauter liebliche Dinge. Wollen Sie bitte einmal niederschreiben, was Paulus in Galater 5,22.23 über diese Frucht sagt: ___________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________

Das Wort «Frucht» umfasst nicht nur die Segnungen, die wir geniessen, sondern bezieht sich auch auf das, was Gott beansprucht und empfängt. Die Frucht in unserer Schriftstelle umfasst den Anfang des Weges des Glaubens bei den Römern, der ein Weg praktischer Heiligung war. Wir alle, die wir Erlöste sind, bedürfen praktischerweise der Heiligung. Wohl sind alle, die aus Gott geboren sind, ihrer Stellung nach geheiligt durch das Opfer Jesu Christi. Deshalb können die Gläubigen «Heilige» genannt werden. Aber inwieweit wir praktischerweise einen Stand von Heiligkeit erreicht haben, ist eine ganz andere Frage. Das Wort Gottes fordert uns auf, der «Heiligkeit nachzujagen»! Können Sie an dieser Stelle eine kurze Erklärung geben, was der Begriff «Heiligkeit» bedeutet?____________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________

14. «Denn der Lohn der Sünde __________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ______________________________________________ ».

Die Sünde hat nichts zu bieten, ihr Lohn ist allein der Tod; nur den konnte der Mensch damit verdienen. Aber es bleibt nicht beim leiblichen Tod. Jeder Mensch, der dem leiblichen Tod anheim fällt, ohne mit Gott versöhnt zu sein, geht dem «zweiten Tod», der ewigen Verdammnis entgegen. Doch dem traurigen Lohn der Sünde stellt der Apostel die grosse, überwältigende Gnadengabe Gottes, das ewige Leben, gegenüber. Wir besitzen es heute schon «im Sohne». In Ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen, und wer den Sohn hat, hat das Leben. Ohne dieses Leben wären wir völlig unfähig, Gemeinschaft mit Gott zu haben.

Aber das ewige Leben in seinem vollen Umfang ist noch zukünftig. Deswegen endet der 22. Vers mit den Worten: «… als das Ende aber __________________________ ». Erst wenn wir einmal droben in der Herrlichkeit sind, versehen mit dem Auferstehungsleib, wird das ewige Leben auch unseren Körper umfassen, der hienieden noch der Vergänglichkeit angehört. Dann wird unser Leib dem unseres verherrlichten Herrn gleichgestaltet sein. Wir werden das Bild dessen tragen, der uns geliebt und das ewige Leben für uns erworben hat (vergleiche Römer 8,29).

 

Zusammenfassung der ersten 6 Kapitel

 

  • In den ersten drei Kapiteln hat der Apostel aufgezeigt, dass sowohl _______________ als ________________ vor Gott schuldig sind. In Kapitel 3,19b lesen wir darum: «damit jeder Mund _____________________________________________________________ _______________________________________________________ »
  • In Kapitel 4 bringt Paulus unmissverständlich klar zum Ausdruck, dass der Mensch angesichts seiner Sündenschuld nicht gerechtfertigt wird durch __________________ sondern einzig und allein durch (aufgrund von) _______________________________
  • Die bevorzugte Stellung des Gläubigen wird anschliessend in den ersten 11 Versen des fünften Kapitels angegeben. Der Christ rühmt sich dreier Dinge:

          1)      ______________________________________________

          2)      ______________________________________________

          3)      ______________________________________________

  • Schliesslich wird im zweiten Teil von Kapitel 5 und in Kapitel 6 gezeigt, dass nicht nur die Frage der Sünden, sondern auch die Frage der Sünde (der Wurzel der Tatsünden) durch das Erlösungswerk am Kreuz geordnet wurde. Der Gläubige ist kein Sklave der _______ mehr. Er ist der Sünde gestorben.

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[1] An den anderen Stellen (Röm. 1,4; 2. Kor. 7,1 und 1. Thess. 3,13 steht im Griechischen ein anderes Wort

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  Letzte Änderung am 25.04.2008.