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Wo anbeten?Wir haben uns bis jetzt öfters mit dem «Ort, den der Herr[1] erwählt hat», beschäftigt, dem «Morija» von Abraham, dem «Jerusalem» oder «Zion» von David. Es war der Ort, wo die Israeliten sich versammelten, um Gott ihre Opfer darzubringen. Das wirft bei uns unweigerlich die Frage auf «Was sollen wir Christen denn damit anfangen?» Gibt es für uns diesbezüglich Hinweise im Neuen Testament? 1. In einer früheren Lektion haben wir schon einmal den 20. Vers von Matthäus 18 gelesen. Wie lautet dieser Vers? ________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ 2. Oft hört man sagen: «Gut, wenn sich einige Christen irgendwo treffen, dann ist der Herr automatisch dort in der Mitte». Wir wollen bestimmt nicht in Abrede stellen, dass überall, wo das lautere Wort Gottes gelesen, verkündigt oder betrachtet wird, der Herr da ist, um zu segnen. Doch «in der Mitte» – das heisst persönlich gegenwärtig – kann Er nur sein, wo man sich ganz bewusst «in seinem Namen», eigentlich «zu seinem Namen hin» versammelt. Das aber setzt voraus, dass man sich in dieser Zusammenkunft völlig seiner Leitung und Autorität unterstellt, in Anerkennung alles dessen, was der Herr Jesus ist, und in völligem Gehorsam gegen das Wort Gottes. Der Herr allein muss das Sagen haben! 3. Die Israeliten mussten sich damals zum Namen des Herrn hin versammeln. Das war der Fall, wenn sie Opfergaben auf dem Brandopferaltar darbrachten. Lesen Sie nun bitte einmal die Stellen Maleachi 1, die Verse 7 und 12, sowie Hesekiel 41,22 und 44,16 aufmerksam durch. Da machen wir eine interessante Entdeckung. In diesen vier angeführten Versen wird der Altar, die Stätte, wo man Gott Opfer darbrachte, also Gottesdienst übte, «Tisch des Herrn» genannt, ein Ausdruck, den wir im Neuen Testament, in 1. Korinther 10,21, wiederfinden. Diese Verbindung von «Altar» und «Tisch» ist für uns von enormer Bedeutung, wie wir später sehen werden! 4. In Maleachi 1,6-8 muss der Prophet den Priestern und damit auch dem Volk etwas Unangenehmes sagen, was ein düsteres Licht auf den damaligen geistlichen Zustand des Priestertums wirft: ____________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ Die Frage: «Womit haben wir deinen Namen verachtet?» zeugt von einem überaus niedrigen geistlichen Zustand der Priester. Wohl verrichteten sie noch die gesetzlich vorgeschriebenen Verordnungen, und sie brachten Opfer dar. Äusserlich betrachtet schien alles noch in bester Ordnung zu sein – aber welcher Art waren die Tiere, die geschlachtet wurden? Oft waren es solche mit einem Gebrechen, die kaum einen Wert für ihren Besitzer hatten. Und doch hatte Gott geboten, «ein Männliches, ohne Fehl» darzubringen (3. Mose 1,3 u.a.). Jene Priester verachteten den «Tisch des Herrn», ihres Gottes! Sie waren sich der Heiligkeit Gottes und ihrer Verantwortung, seine Heiligkeit zu wahren, in keiner Weise bewusst. Haben wir hier nicht ein treffendes Bild der Zustände, wie wir sie heute in der Namenchristenheit, leider sogar oft unter wahren Gläubigen vorfinden? 5. Wie wir unter Punkt 3 bereits darauf hingewiesen haben, finden wir den «Tisch des Herrn» im Neuen Testament in 1. Korinther 10,21. Wollen Sie bitte einmal aufmerksam durchlesen, was wir in den Versen 14-22 des gleichen Kapitels im Zusammenhang mit diesem Tisch vorfinden. In Vers 21 ist auch die Rede von einem «Dämonentisch». Was haben wir wohl darunter zu verstehen? Sollte Ihnen die Beantwortung dieser Frage Mühe bereiten, dürfen Sie die Zeilen ruhig leer lassen; wir schreiben Ihnen die Antwort gerne hin. _________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ Bevor wir weitergehen, wollen wir uns etwas vertraut machen mit dem Inhalt des oben erwähnten Abschnitts 1. Korinther 10, Vers 14-22. Götzendienst ist in den Augen Gottes etwas Abscheuliches. Dabei handelt es sich nicht nur um heidnischen Götzenkult, sondern um alles, was in unseren Herzen die Stelle einnimmt, die Gott gebührt. Man könnte Götzenkult auch «Gott-Ersatz» nennen. Götzendienst steht in krassem Gegensatz zu der Gemeinschaft mit Christus. Der Kelch und das Brot reden vom Blut und dem Leib Christi. Und durch das Essen von dem einen Brot und das Trinken vom Kelch bringen wir sichtbar zum Ausdruck, dass wir Gemeinschaft mit dem Herrn und untereinander haben. Indem wir teilnehmen an dem einen Brot, bekunden wir, dass alle Erlösten durch den Heiligen Geist zu dem einen Leib getauft sind. Sie bilden also zusammen einen wunderbaren Organismus, ein unteilbares Ganzes. Der Tisch des Herrn ist also, wie eben bereits angetönt, der bildliche Ausdruck der Gemeinschaft, die wir untereinander und mit dem Herrn dieses Tisches haben. Der Tisch des Herrn ist aber gleichzeitig die Stätte, wo wir Gott «geistliche Schlachtopfer» und «Opfer des Lobes» darbringen. Das haben wir im Alten Testament vorgebildet in den weiter oben angeführten Stellen aus den Propheten Hesekiel und Maleachi, wo der Altar und der «Tisch des Herrn» miteinander verbunden werden. Wenn wir am Sonntagmorgen versammelt sind am Tisch des Herrn, befindet sich dort gleichsam der «geistliche Altar», wo wir unserem himmlischen Vater als Anbeter nahen dürfen, wo wir Ihm «geistliche» Opfer darbringen. 6. Vielleicht denken Sie: «Aber das galt doch nur damals für die Korinther; heute haben wir doch ganz andere Verhältnisse!» Dann müssen Sie 1. Korinther 1,1-2 aufschlagen und die nächsten Fragen beantworten. a) Wer hat den Brief geschrieben? 1. ___________________________ 2. ___________________________ (Wahrscheinlich hat Paulus den Brief Sosthenes diktiert, während letzterer ihn geschrieben hat.) b) An wen wurde der Brief geschrieben (jetzt gut aufpassen!)? 1. ____________________________________________ den Geheiligten in Christus Jesus, den berufenen Heiligen, samt … 2. … allen, die an _____________________________________________________________ Damit das Ganze noch klarer wird, lesen wir 1. Korinther 4,17 dazu. Notieren Sie bitte, was wir am Ende des Verses finden:_____________________________________________________ ____________________________________________________________________________ Vergleichen Sie damit noch, was wir in Kapitel 7,17 vorfinden:_________________________ ____________________________________________________________________________ Sie sehen also, dass das, was Paulus hier schreibt, nicht nur für die Versammlung in Korinth, sondern für alle Versammlungen Gültigkeit hat. Es war damals und ist heute die allgemeingültige Lehre! 7. Gehen wir noch einmal zurück zu 1. Korinther 1, Vers 2. In Bezug auf unseren Gegenstand ist dieser Vers äusserst bedeutungsvoll! Es heisst am Ende des Verses: «… samt allen, die an jedem Ort den Namen unseres Herrn Jesus Christus anrufen.» Wir haben uns vielleicht die Gewohnheit angeeignet, bei Unterhaltungen einfach von «Jesus» oder «Jesus Christus» zu sprechen. Lasst uns aber nicht vergessen, dass Er unser Herr ist! Können Sie mit einigen Worten erklären, was das für uns bedeutet, was es für Konsequenzen mit sich bringt?___________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ ____________________________________________________________________________ Gerade im Hinblick auf den Tisch des Herrn und den Ort, wo der Herr verheissen hat in der Mitte zu sein, ist das oben Gesagte sehr wichtig! 8. Heute also sollte sich jeder Gläubige ernsthaft die Frage stellen: «Wo befindet sich der Altar, die Stätte des Hinzunahens zu Gott als Anbeter oder der Tisch des Herrn?» In Israel gab es damals die Stiftshütte und später den Tempel. Es war ein Zelt oder ein Gebäude, das man mit den Augen sehen konnte. Heute wohnt Gott nicht mehr in einem mit Händen errichteten Gebäude, sondern in einem ____________________________ Haus (1. Petrus 2,5). Wir bringen ______________________________ Schlachtopfer dar, dort, wo der Herr Jesus verheissen hat, in der Mitte, d.h. persönlich gegenwärtig zu sein, wo man in seinem Namen versammelt ist. 9. Lasst uns aber nie vergessen, wenn wir am Sonntagmorgen versammelt sind am Tisch des Herrn: es ist des Herrn Tisch! Er allein hat dort das Sagen! Er allein will dort Autorität ausüben! [1] Siehe Beilage «der Name Jehova oder Jahwe» |
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| Letzte Änderung am 17.09.2005. | |||